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Ozempic verändert Fitness für immer – Warum plötzlich jeder über Muskelverlust spricht

Warum GLP-1-Medikamente immer häufiger unter dem Aspekt des Muskelabbaus besprochen werden.

Millionen Menschen nehmen plötzlich ab – doch was ist der Preis dafür

Es ist nicht lange her, da war die Lösung für nachhaltigen Gewichtsverlust noch mit sehr viel Mühe und Willenskraft verbunden. Diäten scheiterten häufig schon in den ersten Tagen, viele Menschen kämpften mit dem bekannten Jo-Jo-Effekt und eine zu extreme Herangehensweise an Diäten führten, wenn überhaupt, nur zu kurzfristigen Erfolgen. Obwohl schon seit Jahren bekannt ist, dass Übergewicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, bestimmte Krebsarten und zahlreiche weitere chronische Erkrankungen erhöht, fehlte es, so scheint es zumindest, an einem wirksamen Instrument, das dauerhaft beim Abnehmen unterstützen konnte und den ganzen Prozess vor allem erleichterte.

Dann änderte sich alles, dank Medikamenten wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro.

Man kann in diesem Zusammenhang tatsächlich von einer der größten medizinischen Innovationen der vergangenen Jahrzehnte sprechen. Doch die Bekanntheit der genannten Medikamente beruht nicht nur auf medizinischen Fällen, in denen Ärzte und Wissenschaftler über beeindruckende Gewichtsverluste erzählen. Auch Prominente, Unternehmer, Schauspieler und Fitness-Influencer machten die sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten zum Gesprächsthema. Kaum ein Medikament hat die öffentliche Diskussion rund um Ernährung, Gesundheit und Körpergewicht in so kurzer Zeit derart signifikant geprägt und es so einfach gemacht, dauerhaft Gewicht zu verlieren. Während viele Menschen die beeindruckenden Erfolge der Medikamente als Ende des Übergewichts feiern, beobachten Experten jedoch noch andere Effekte, die von ihnen ausgelöst werden. Je mehr Daten aus klinischen Studien und aus der täglichen Praxis veröffentlicht werden, desto häufiger taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Was passiert eigentlich mit unserer Muskulatur, wenn wir innerhalb weniger Monate zehn, zwanzig oder sogar dreißig Kilogramm Körpergewicht verlieren, und welche Folgen hat das?

Diese Frage ist nicht nur medizinisch relevant, weil sie einen großen Einfluss auf die Gesundheit hat. Sie verändert tatsächlich auch die gesamte Fitnessbranche. Plötzlich interessieren sich Millionen Menschen für Themen, die bisher vor allem Bodybuilder, Kraftsportler oder ambitionierte Athleten beschäftigten: Protein, Krafttraining, Muskelerhalt und eine optimale Regeneration.

Eine medizinische Revolution mit Folgen weit über die Arztpraxen hinaus

GLP-1-Medikamente wurden tatsächlich ursprünglich nicht dazu entwickelt, möglichst schnell unliebsame Pfunde purzeln zu lassen.

Der Wirkstoff Semaglutid, der vor allem unter Handelsnamen wie beispielsweise Ozempic oder Wegovy bekannt ist, wurde zunächst für die Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Erst im Verlauf großangelegter klinischer Studien zeigte sich eine Wirkung, die das Interesse der medizinischen Fachwelt rapide ansteigen ließ: Viele Patienten verloren signifikant an Körpergewicht.

Diese Ergebnisse stellen einen bedeutenden Fortschritt bei der Behandlung von Adipositas dar. Gewichtsverluste, die zuvor oft nur durch bariatrische Eingriffe oder sehr intensive Lebensstilprogramme möglich waren, waren schlagartig ohne größere Probleme erreichbar. Gleichzeitig haben Studien Verbesserungen bei Blutzuckerwerten, Blutdruck und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gezeigt, die mit der Nutzung der Medikamente einhergegangen sind.

Kein Wunder, dass viele Fachgesellschaften die Medikamente heute als einen wichtigen Bestandteil der Adipositastherapie und des Gewichtsverlusts ansehen – allerdings immer in Kombination mit Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen. Genau an dieser Stelle beginnt jedoch eine Diskussion, die in letzter Zeit immer intensiver geführt wird. Gewichtsverlust bedeutet nicht automatisch Fettverlust. Wenn mehr Muskeln als Fett verloren werden, ist das nichts Positives. Wie steht es also um die Veränderungen in der Körperkomposition durch den Einfluss von GLP-1-Medikamenten?

Die Waage unterscheidet nicht zwischen Fett und Muskulatur

Viele Menschen sehen die Zahl auf der Waage als alleinigen Maßstab für den Erfolg einer Gewichtsabnahme. Doch aus physiologischer Sicht sieht das Ganze deutlich anders aus. Unser Körper besteht aus verschiedenen Gewebearten. Darunter Fettmasse, Muskulatur, Knochen, Organe, Wasser und einige andere. Sinkt das Körpergewicht, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass ausschließlich Körperfett verloren geht.

Tatsächlich verliert nahezu jeder Mensch während einer stärkeren Gewichtsreduktion auch sogenannte fettfreie Körpermasse. Zu dieser gehören unter anderem auch Muskeln. Das ist ganz normal und keineswegs neu, es tritt bei klassischen Diäten ebenso auf wie nach Magen-Ops oder während längerer Krankheitsphasen. Neu ist dagegen, dass GLP-1-Medikamente Gewichtsverluste ermöglichen, die in kürzerer Zeit zu deutlich größeren Veränderungen führen, als das davor in der Regel der Fall war. Deswegen rücken auch der Verlust fettfreier Masse und vor allem die Muskulatur stärker in den Fokus.

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Warum Muskelmasse viel mehr ist als nur ein ästhetisches Ziel

Wenn auf Social Media über Muskeln gesprochen wird, entsteht nicht selten der Eindruck, es gehe dabei ausschließlich um optische Präferenzen oder Stärke im Gym. Dabei erfüllt Muskulatur für unseren Körper weit mehr Aufgaben. Die Skelettmuskulatur ist das größte stoffwechselaktive Organ im menschlichen Organismus. Sie speichert Glukose, beeinflusst die Insulinsensitivität, stabilisiert Gelenke, schützt Knochen, ermöglicht Bewegung und trägt entscheidend dazu bei, dass wir in jedem Lebensabschnitt aktiv sein können. Mit zunehmendem Alter baut der Körper Muskelmasse ab. Dieser Prozess ist ganz normal und wird als Sarkopenie bezeichnet. Er gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Gebrechlichkeit, Stürze und letztlich auch den Verlust von körperlicher Selbstständigkeit.

Deshalb betrachtet man vor allem in Hinblick auf die Gesundheit Muskelmasse heute nur unter dem Gesichtspunkt von Kraft oder Ästhetik. Muskulatur wird weit mehr als eine Art biologisches Sicherheitsnetz betrachtet, das vor allem auch in Hinblick auf eine älter werdende Gesellschaft wichtig ist. Je besser Muskulatur erhalten bleibt, desto größer sind häufig auch Leistungsfähigkeit, Mobilität und Stoffwechselgesundheit.

Es ist also eigentlich mehr als verständlich, warum die aktuelle Diskussion rund um GLP-1-Medikamente so intensiv geführt wird und wieso es entscheidend für die Gesundheit ist, genau zu sehen, welche Körpermasse verloren wird. Das ist grundsätzlich auf keinen Fall neu. Es haben allerdings auch noch nie zuvor Millionen Menschen gleichzeitig eine medizinische Behandlung erhalten, bei der der Erhalt der Muskelmasse wegen des rapiden Gewichtsverlustes eine so entscheidende Nebenwirkung sein könnte.

Was die bisherigen Studien tatsächlich zeigen

In den vergangenen Monaten kursierten zahlreiche Schlagzeilen, nach denen Anwender von Ozempic oder ähnlichen Medikamenten angeblich “hauptsächlich Muskeln verlieren”. Solche Aussagen greifen jedoch, wie könnte es auch anders sein, deutlich zu kurz.

Bisherige klinische Studien zeigen vielmehr ein durchaus differenzierteres Bild.

Menschen, die mithilfe einer GLP-1-Therapie an Gewicht verlieren, verlieren in aller Regel sowohl Fettmasse als auch fettfreie Masse. Der tatsächliche Anteil fettfreier Masse am gesamten Gewichtsverlust unterscheidet sich dabei von Person zu Person und hängt unter anderem von Alter, Ausgangsgewicht, Ernährung, körperlicher Aktivität und Trainingsverhalten ab.

Entscheidend ist daher nicht, dass fettfreie Masse verloren geht – denn das passiert nahezu immer, wenn erfolgreich Körpergewicht reduziert wird –, sondern wie groß der Anteil im Vergleich zu dem tatsächlichen Fettverlust ausfällt und welche Maßnahmen einen möglichst hohen Muskelerhalt optimal unterstützen können.

Warum plötzlich jeder Mediziner bei Übergewicht über Krafttraining spricht

Lange Zeit bestand die Standardempfehlung für Menschen mit Übergewicht vor allem aus einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Soweit, so logisch. Heute rückt jedoch ein Baustein immer stärker in den Mittelpunkt, den vor allem Mediziner nicht wirklich gerne gesehen haben. Krafttraining. Der Grund dafür ist denkbar einfach.

Muskelerhalt funktioniert genau wie Muskelaufbau, es braucht einen Reiz. Wer seine Muskulatur regelmäßig fordert, signalisiert seinem Körper, dass diese Muskeln nötig sind, und gibt ihm damit das Signal, diese Strukturen zu erhalten. Krafttraining gilt deshalb als einer der wahrscheinlich entscheidendsten Aspekte, um Muskelabbau während einer Gewichtsreduktion so gering wie möglich zu halten. Bereits zwei bis drei gut geplante Krafttrainingseinheiten in der Woche können – abhängig von Alter, Trainingszustand und den individuellen Voraussetzungen – einen signifikanten Beitrag zum Erhalt der Muskelmasse leisten. Diese Erkenntnis verändert derzeit auch die Arbeit vieler Ärzte und Ernährungsberater. Statt sich ausschließlich auf die Waage zu konzentrieren, rücken zunehmend Körperzusammensetzung, Muskelkraft und funktionelle Leistungsfähigkeit in den Fokus, selbst bei den Ärzten, die solche Themen vorher nicht einmal mit Handschuhen anfassen wollten.

Warum Protein plötzlich wichtiger ist als die bloße Menge an Kalorien

Ein weiterer fundamentaler Wandel zeigt sich in diesem Zusammenhang bei der Ernährung. Über etliche Jahre stand beim Abnehmen vor allem die Kalorienzahl im Mittelpunkt. Heute lautet eine der häufigsten Fragen von GLP-1-Anwendern: “Wie schaffe ich es eigentlich überhaupt noch, genug Protein zu essen?” Der Grund dafür ist naheliegend.

GLP-1-Medikamente reduzieren den Appetit spürbar und führen häufig dazu, dass Menschen kaum noch Hunger verspüren. Dadurch sinkt nicht nur die Energieaufnahme, sondern häufig auch die Eiweißzufuhr. Genau hier beginnt ein Problem. Protein liefert dem Körper die Bausteine für Muskulatur und eine Vielzahl verschiedener weiterer Körperstrukturen. Nehmen wir dauerhaft zu wenig Eiweiß auf, behindert dies den Erhalt fettfreier Masse – insbesondere, während wir generell weniger Kalorien zuführen, als wir brauchen. Viele Fachgesellschaften empfehlen deswegen heute, im Rahmen einer medizinisch begleiteten Gewichtsreduktion ein besonderes Augenmerk auf eine ausreichende Proteinzufuhr zu legen und damit den regelmäßigen Kraftsport optimal zu unterstützen.

Interessanterweise beeinflusst genau dieser Zusammenhang derzeit auch die Lebensmittelindustrie. Protein ist ja schon lange kein Nischenthema mehr, mit dem man nur Kraftsportler erreicht. Es wird allerdings aktuell immer mehr zu einem zentralen Bestandteil moderner Ernährungsempfehlungen. Das führt dazu, dass Proteinprodukte aktuell weltweit noch mehr im Hype sind, als sie es ohnehin schon waren.

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Warum auch die Fitnessbranche plötzlich umdenken muss

Die für unsere Community vielleicht spannendste Entwicklung, ist der Wandel, der in der Fitnessszene Einzug hält. Noch vor wenigen Jahren zielte ein großer Teil der Fitnessindustrie vor allem auf Menschen ab, die möglichst viel Muskelmasse aufbauen oder besonders shredded sein wollten. Heute betritt eine völlig neue Zielgruppe die Fitnessstudios. Menschen, die mit medizinischer Begleitung Gewicht verlieren. Menschen, die nicht für einen Bodybuilding-Wettkampf trainieren oder um möglichst viele Muskeln aufzubauen, sondern ihre Muskulatur lediglich erhalten wollen.

Es geht also nicht mehr primär darum, möglichst schwere Gewichte zu bewegen oder einen definierten Körper aufzubauen. Es geht zunehmend darum, Krafttraining als medizinisch empfohlene Ergänzung einer optimalen Gewichtsreduktion zu verstehen. Und genau diese Entwicklung dürfte die Fitnessbranche in den kommenden Jahren stärker verändern als jeder Trainingstrend zuvor.

Plötzlich verfolgen Medizin und Krafttraining dasselbe Ziel: nicht nur Gewicht verlieren. Sondern Gesundheit erhalten, und dafür braucht es Muskeln. Soweit, so positiv: Menschen nehmen ab, essen mehr Protein und betreiben Kraftsport.

Der größere Rahmen: Welche Nebenwirkungen neben Muskelverlust auftreten können

Obwohl die meisten Diskussionen in unserer Branche derzeit vor allem den Verlust von Muskelmasse thematisieren, sollten wir nicht vergessen, dass GLP-1-Medikamente in erster Linie verschreibungspflichtige Arzneimittel sind. Wie bei jedem anderen Medikament können auch sie Nebenwirkungen verursachen, auch dann, wenn die Medikamente wie in unserer Bubble oft üblich nicht als Medikament genutzt werden.

Zu den häufigsten Beschwerden zählen unter anderem Übelkeit, ein Völlegefühl, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung. Vor allem zu Beginn der Therapie berichten viele Patienten darüber, dass sie deutlich weniger Appetit verspüren und nur noch deutlich kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen können. Das ist zwar therapeutisch auch so gewollt, kann aber gleichzeitig zur Folge haben, dass wichtige Nährstoffe nicht mehr in genügender Menge aufgenommen werden. Dazu kommen bei einigen Menschen Kreislaufbeschwerden, Müdigkeit oder eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. Auch diese Effekte machen Sinn, wenn das Körpergewicht innerhalb kürzester Zeit stark sinkt oder die aufgenommenen Kalorien sehr niedrig ausfallen. Seltener, aber medizinisch durchaus relevant, sind Nebenwirkungen wie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder Erkrankungen der Gallenblase. Diese Komplikationen treten zwar insgesamt deutlich seltener auf, verdeutlichen allerdings, dass es sich bei GLP-1-Antagonisten nicht um Lifestyle-Produkte handelt, sondern um Medikamente, die zu gravierenden Nebenwirkungen führen können.

Der Boom hat auch eine Schattenseite: Der wachsende Graumarkt

Es ist nur logisch. Wo in kürzester Zeit eine enorme Nachfrage aufkommt, entsteht so gut wie immer auch ein Markt, der davon profitieren möchte. Genau dieser Prozess lässt sich derzeit überall auf der Welt bei GLP-1-Medikamenten und anderen Peptiden beobachten.

Medikamente wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro waren in vielen Ländern zeitweise nur sehr eingeschränkt verfügbar. Das hatte zur Folge, dass die Nachfrage das Angebot deutlich überstieg, was wieder dazu führte, dass parallel ein stetig wachsender Graumarkt entstand. Über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste oder dubiose Internetseiten werden angebliche GLP-1-Produkte häufig gänzlich ohne ärztliche Betreuung angeboten. Teilweise werben Anbieter sogar gezielt mit Aussagen wie „Ozempic ohne Rezept“ oder „Abnehmspritze sofort lieferbar“. Für viele Menschen ist dabei oft kaum erkennbar, ob es sich um ein zugelassenes Arzneimittel, eine illegale Fälschung oder ein Produkt unbekannter Herkunft handelt. Die Menschen möchten unbedingt abnehmen und von den Produkten profitieren. Das ging so weit, dass sogar internationale Behörden wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und die US-amerikanische FDA mehrfach und ausdrücklich vor gefälschten GLP-1-Präparaten gewarnt haben. Teilweise wurden Produkte sichergestellt, deren Inhalt nicht mit der Verpackung übereinstimmte oder deren Herkunft nicht im Ansatz nachvollziehbar war. Ich meine, das schreckt viele aus unserer Bubble nicht ab, man kennt es von anderen STOFFen ja auch so. Wie vor allem diese Gesellen allerdings wissen, kann das gerade bei Medikamenten, die unter die Haut injiziert werden, erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Vorsicht bei sogenannten „Research Chemicals“ und Online-Anbietern

Ein weiteres Thema, das zunehmend mehr Aufmerksamkeit erfährt, sind sogenannte „Research Chemicals“ oder „nur für Forschungszwecke“ verkaufte Produkte. Solche Präparate werden in der Regel über internationale Online-Shops vertrieben und sind offiziell nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt. Dennoch werden sie vor allem auf Social Media oder in Internetforen teilweise als günstige Alternative zu den bekannten zugelassenen Medikamenten beworben. Das Problem dabei ist zwar so offensichtlich, dass ihr es wahrscheinlich alle versteht, nichts desto trotz möchte ich darauf eingehen. Für unfassbar viele dieser Produkte existiert verständlicherweise keine unabhängige Qualitätskontrolle. Reinheit, Dosierung, Wirkstoffgehalt und tatsächlich vorhandener Wirkstoff lassen sich kaum bis gar nicht überprüfen. Dazu kommt noch, dass nicht im Ansatz nachvollziehbar ist, unter welchen Bedingungen die Herstellung stattgefunden hat.

Der internationale Markt für GLP-1-Medikamente wird aktuell auf viele Milliarden Euro geschätzt und wächst rapide. Wo ein derart großes wirtschaftliches Interesse besteht, werden zwangsläufig unzählige Unternehmen und Händler versuchen, ein Stück von diesem Kuchen abzugreifen. Verbraucher sollten sich bewusst machen, dass nicht jeder Anbieter, der online Gesundheit verspricht, in erster Linie das Wohl seiner Kunden im Sinn hat.

Fazit: Mehr als nur ein neuer Abnehmtrend

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass kaum eine medizinische Entwicklung die Fitnesswelt in den vergangenen Jahren so stark geprägt hat wie das Aufkommen von GLP-1-Medikamenten. Was ursprünglich für die Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurde, hat sich in kürzester Zeit zu einer neuen Option in der Therapie von Adipositas entwickelt und extrem vielen Menschen eine Möglichkeit eröffnet, ihr Körpergewicht nachhaltig zu reduzieren. Das ist eine super Sache, doch genau darin liegt auch eine riesige Verantwortung.

Medikamente sind weder Wundermittel noch Ersatz für einen gesunden Lebensstil. Sie können ein wirkungsvolles Werkzeug darstellen – vorausgesetzt, sie werden medizinisch sinnvoll eingesetzt und durch eine ausgewogene Ernährung, eine ausreichende Proteinzufuhr und regelmäßiges Krafttraining begleitet.

Gerade der aktuelle Diskurs um den möglichen Muskelverlust zeigt, wie wichtig es ist, den Fokus nicht ausschließlich auf die Zahl auf der Waage zu richten. Entscheidend ist nämlich tatsächlich nicht nur, wie viel Gewicht verloren wird, sondern auch, wie sich dieser Gewichtsverlust zusammensetzt. Muskelmasse zu erhalten, ist nicht nur für sportliche Leistung relevant, sondern vor allem auch für Stoffwechsel, Mobilität und Gesundheit, vor allem auch im Alter. Die Fitnessbranche verändert sich durch diese Entwicklung weiter, das ist absehbar. Protein, Krafttraining und der Erhalt von Muskelmasse rücken immer stärker in den Mittelpunkt. Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Erkenntnis dieses Trends: Erfolgreiche Gewichtsabnahme bedeutet heutzutage nicht mehr nur, einfach abzunehmen – sondern dabei die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und deshalb auch die Muskulatur bestmöglich zu erhalten.