Acht Kilometer Laufen und dazwischen acht knallharte Workout-Stationen. Genau diese Kombination aus Ausdauer- und Krafteinheiten macht den ersten HYROX schwierig einzuschätzen. Wer aus dem Krafttraining kommt, unterschätzt meist das Laufen. Gute Läufer wiederum merken spätestens am Schlitten oder bei den Lunges, dass eine ordentliche 10-km-Zeit allein noch keinen guten HYROX-Athleten aus ihnen macht.
So ein Event braucht Vorbereitung und für den ersten Wettkampf würde ich da nichts dem Zufall überlassen. Heute geht es darum, wie man sich ideal auf einen Hyrox-Wettkampf vorbereitet und Spoiler: Die Lösung ist nicht einfach ein Bodybuilding-Plan mit etwas Cardio oder ein Laufplan mit ein paar zufälligen Functional-Workouts. HYROX verlangt, dass du nach mehreren Kilometern noch Lasten bewegen kannst und danach sofort wieder in einen kontrollierten Laufrhythmus findest. Das hat es wirklich in sich.
Wir geben euch heute einen 12-Wochen-Plan an die Hand. Der Plan ist ausgelegt auf Athleten, die bereits regelmäßig trainieren und mindestens 30 bis 45 Minuten am Stück locker laufen können. Vier Einheiten pro Woche würde ich mal als das Minimum für diesen Plan bezeichnen, fünf geben mehr Spielraum. Wer aktuell deutlich weniger trainiert oder noch keine Laufbasis besitzt, sollte sich meiner Meinung nach mehr als zwölf Wochen Zeit geben, um sich auf einen Wettkampf vorzubereiten.
Was du für HYROX tatsächlich trainieren musst
Wie ein HYROX-Wettkampf abläuft, ist weltweit standardisiert: Auf jeden 1-km-Lauf folgt eine von 8 unterschiedlichen Workout-Stationen. In der Open Division sind das 1.000 m SkiErg, 50 m Sled Push, 50 m Sled Pull, 80 m Burpee Broad Jumps, 1.000 m Rudern, 200 m Farmers Carry, 100 m Sandbag Lunges und 100 Wall Balls. Welche Gewichte dabei genutzt werden, unterscheiden sich nach Division und Geschlecht (1).
Wenn du HYROX noch grundsätzlich einordnen möchtest, findest du in unserem Artikel „Warum plötzlich jeder HYROX macht – und ist der Hype wirklich berechtigt?“ Den Hintergrund zum Format und zum Hybrid-Training.
Dadurch, dass so viele Aspekte bei einem HYROX-Wettkampf wichtig sind, ist für die Trainingsplanung eine Frage besonders wichtig: Was entscheidet am stärksten darüber, ob du deinen ersten Wettkampf erfolgreich über die Bühne bringst?
Wie immer gibt es auch hier erst einmal eine Portion Theorie. Die bisher noch junge HYROX-Forschung deutet ziemlich klar in die Richtung Ausdauerleistung. In einer 2025 veröffentlichten Untersuchung mit elf erfahrenen Freizeit-HYROX-Athleten entfielen im simulierten Wettkampf im Median rund 51 Minuten auf die Laufabschnitte und rund 33 Minuten auf die Workout-Stationen. Schnellere Gesamtzeiten waren unter anderem mit höherer VO₂max und einem größeren Ausdauertrainingsumfang verbunden (2). Eine 2026 veröffentlichte Analyse von knapp 40.000 PRO- und ELITE-Ergebnissen zeigte ebenfalls, dass das Laufen über die Saisons ungefähr die Hälfte der Gesamtzeit ausmachte (3).
Das heißt nun allerdings nicht, dass Krafttraining nebensächlich wäre und das Laufen am Ende alleine entscheidet. Wer beim Sled Push minutenlang feststeckt oder nach den Lunges kaum noch laufen kann, verliert ebenfalls enorm viel Zeit. Für einen Einsteiger liegt die beste Strategie jedoch meistens in einer soliden Laufbasis plus ausreichend Kraft, um keine Station zum echten Problem werden zu lassen, und genau das, ist das Ziel unseres Trainingsplans.
Der 12-Wochen-HYROX-Trainingsplan im Überblick
Ich würde die zwölf Wochen zunächst gedanklich in vier Blöcke teilen. Die ersten vier Wochen bauen sozusagen die Basis auf. Danach steigt die spezifische Belastung. In den Wochen neun bis elf wird das Training dann wettkampfnäher, bevor die letzte Woche deutlich ruhiger wird. Die Wochen sind bewusst nicht als zwölf völlig unterschiedliche Pläne gebaut. Gute Trainingsplanung lebt davon, dieselben Fähigkeiten über mehrere Wochen progressiv zu entwickeln. Wenn jede neue Woche komplett andere Übungen und Intervalle enthält, sieht das abwechslungsreich aus, macht tatsächliche Fortschritt aber schwerer messbar.
Tabelle 1: Hyrox-Training-Protokoll – Phasenbasierte Trainingsverteilung
| Wochen | Schwerpunkt | Laufen | Kraft / Stationen | HYROX-spezifisch |
|---|---|---|---|---|
| 1–4 | Grundlage | 2–3 Läufe pro Woche | 2 Krafteinheiten | kurze Kombinationen |
| 5–8 | Aufbau | 3–3 Läufe pro Woche | 2 Kraft-/Stations-Einheiten | Compromised Running, längere Blöcke |
| 9–10 | Spezifität | 2–3 Läufe pro Woche | 1–2 Kraft-/Stations-Einheiten | längere Simulationen |
| 11 | Peak | 2 Läufe | 1 Kraft-Einheit | letzte große Simulation |
| 12 | Taper | 2 kurze Läufe | kurze Aktivierung | keine harte Vollsimulation |
Dein Wochenplan mit fünf Trainingstagen
Tabelle 2: Hyrox-Wochenplan – Wöchentliche Struktur
| Tag | Einheit | Ziel |
|---|---|---|
| Montag | Kraft A + kurze Stationsarbeit | Unterkörperkraft, Schlitten, Carry |
| Dienstag | Intervalllauf | Tempo und VO₂max-orientierte Leistung |
| Mittwoch | frei / lockere Bewegung | Regeneration |
| Donnerstag | Kraft B + Ergometer / Wall Balls | Ganzkörperkraft, Technik, Kraftausdauer |
| Freitag | frei | Regeneration |
| Samstag | HYROX-spezifische Kombination | Laufen Vorermüdung |
| Sonntag | lockerer Dauerlauf | aerobe Grundlage |
Wenn du statt der 5 Tage nur 4 Trainingstage schaffst, würde ich nicht den lockeren Dauerlauf streichen, auch wenn das vielleicht verlockend wäre. Kombiniere stattdessen eine der beiden Krafteinheiten mit einer kurzen HYROX-Stationseinheit und lasse den zweiten reinen Krafttag weg. Für den ersten HYROX ist ein dritter schwerer Krafttag meist weniger wertvoll als eine vernünftige Ausdauerbasis.
Gleichzeitiges Kraft- und Ausdauertraining ist auch eine valide Option. Das sagt auch unsere geliebte Wissenschaft: Man fand keine relevanten Nachteile für Muskelaufbau oder Maximalkraft gegenüber reinem Krafttraining. Explosivkraft kann allerdings stärker leiden, wenn beide Trainingsformen ständig in derselben Einheit kombiniert werden (4). Für unser Ziel vom idealen HYROX-Training ist das ein gutes Argument, die wichtigsten Lauf- und Kraftreize an getrennten Tagen zu setzen und gemischte Einheiten gezielt als Wettkampfvorbereitung einzubauen.
Wochen 1 bis 4: Erst die Grundlage, dann kommt das Leiden
Die ersten vier Wochen sollten sich fast etwas unspektakulär anfühlen. Genau das ist auch so gewollt. Der häufigste Fehler bei der HYROX-Vorbereitung besteht darin, schon zwölf Wochen vor dem Wettkampf jedes Samstagstraining zu einem eigenen Wettkampf zu machen.
Lockere Läufe
Starte mit einem lockeren Dauerlauf von etwa 40 bis 55 Minuten. Das Tempo sollte so kontrolliert sein, dass du noch in kurzen Sätzen sprechen kannst. Wenn du bisher kaum läufst, beginne eher bei 30 bis 40 Minuten und steigere dann langsam, wenn deine Ausdauer wächst.
Der zweite Lauf der Woche darf dagegen strukturierter sein. In Woche 1 und 2 eignen sich beispielsweise 6 × 2 Minuten zügig mit 2 Minuten lockerem Traben. In Woche 3 und 4 kannst du auf 5 × 3 Minuten oder 4 × 4 Minuten steigern. Hochintensives Intervalltraining kann die aerobe Leistungsfähigkeit signifikant verbessern.
Krafttraining: genug Kraft für die Stationen
In den ersten Wochen würde ich das Krafttraining noch relativ klassisch halten. Du musst keinen Sled Push mit maximalem Puls simulieren, um besser im Sled Push zu werden. Das wäre zum Beispiel eine übertriebene Verausgabung.
Kraft A:
- Kniebeuge oder Beinpresse: 3–4 × 5–8
- Rumänisches Kreuzheben: 3 × 6–10
- Sled Push: 4–6 kontrollierte Bahnen
- Farmers Carry: 3–4 × 40–60 m
- Rumpfübung nach Wahl: 3 Sätze
Kraft B:
- Ausfallschritte oder Split Squats: 3 × 8–12 pro Seite
- Rudern oder Klimmzug/Latzug: 3 × 6–12
- Schulterdrücken oder Bankdrücken: 3 × 6–10
- SkiErg: 4 × 500 m technisch sauber, nicht maximal
- Wall Balls: 4 × 15–20 Wiederholungen
Die genaue Übungsauswahl darf dabei ruhig variieren. Entscheidend ist, dass du alle Aspekte, also Unterkörperkraft, Ziehen, Drücken, Griffkraft und die Wettkampfbewegungen, regelmäßig trainierst. Das ergänzende Krafttraining kann auch das Laufen verbessern. Es macht also auch neben den Stationen im Wettkampf Sinn, beides zu trainieren und Kraft und Ausdauer nicht gegeneinander auszuspielen.
Erste HYROX-Kombination
Samstags reicht zunächst ein kurzer Block, zum Beispiel:
3 Runden: 1 km lockeres bis moderates Laufen / 500 m SkiErg / 20 m Sled Push oder 12 schwere Ausfallschritte pro Seite
Pause nur so lange, wie du wirklich Pause brauchst, um sauber weiterarbeiten zu können. Das Ziel ist nicht, dich dabei komplett zu zerlegen. Du lernst dabei eher, nach einer Station wieder zu laufen, ohne dass jede Runde zum Sprint wird.
Wochen 5 bis 8: Jetzt wird das Training HYROX-spezifisch
Ab Woche fünf steigt die Bedeutung des sogenannten Compromised Running. Damit ist Laufen unter Vorermüdung durch eine Workout-Station gemeint. Genau diese Fähigkeit unterscheidet einen reinen Lauf- oder Krafttest letztlich vom HYROX.
Eine einfache Progression für die Samstage könnte beispielsweise so aussehen:
Woche 5: 4 × 1 km Run + wechselnde Station, insgesamt etwa 50 Prozent des Wettkampfvolumens. Woche 6: 5 × 1 km Run + fünf Stationen, moderates Wettkampftempo. Woche 7: 4 × 1 km etwas schneller + kurze Stationen; Fokus auf Übergänge und kontrolliertes Wiederanlaufen. Woche 8: etwa 60 bis 70 Prozent eines kompletten HYROX, aber nicht all-out.
Die Intensität sollte steigen, das Gesamtvolumen dabei aber immer noch kontrollierbar bleiben. Du willst die spezifische Ermüdung kennenlernen, ohne jede Woche drei Tage Regeneration zu benötigen.
Die Intervallläufe werden länger
In diesem Block würde ich den schnelleren Lauf stärker in Richtung wettkampfrelevanter Intervalle verschieben.
Gute Optionen sind beispielsweise: 5 × 1.000 m zügig mit 2 Minuten Trabpause, 4 × 1.200 m mit 2–3 Minuten lockerer Pause oder 3 × 8 Minuten knapp unter 10-km-Renntempo mit 3 Minuten locker.
Du musst dabei nicht zwanghaft ein bestimmtes HYROX-Renntempo als Ziel nehmen. Gerade beim ersten Wettkampf kennt man dieses Tempo noch gar nicht zuverlässig. Arbeite besser mit wiederholbaren Belastungen: Die erste Wiederholung sollte sich so anfühlen, dass du die letzte noch technisch sauber und ungefähr gleich schnell schaffst.
Kraft wird spezifischer, aber nicht chaotischer
Die großen Kraftübungen bleiben im Plan, ihr Volumen kann jetzt aber etwas sinken. Gleichzeitig sollten Sled Push, Sled Pull, Lunges und Wall Balls jetzt häufiger mit den tatsächlich in Wettkämpfen genutzten Gewichten geübt werden.
Bei den Schlitten ist dabei allerdings etwas Vorsicht geboten. Verschiedene Gyms haben unterschiedlichen Bodenbelag und andere Schlittenmodelle. Die Reibung ist also immer unterschiedlich und verändert den tatsächlichen Widerstand deutlich. Das offizielle Wettkampfgewicht ist deshalb eine Orientierung, aber keine Garantie dafür, dass sich dein Studioschlitten exakt so anfühlt wie der Schlitten am Wettkampftag.
Wenn du Zugang zu originalnaher Ausrüstung hast, dann ran an den Speck. Jetzt ist der Zeitpunkt, die Wettkampflasten regelmäßig zu testen. Vor allem Sled Push und Sled Pull würde ich nicht zum ersten Mal am Wettkampftag kennenlernen.
Wochen 9 und 10: Wettkampftempo lernen
Jetzt beginnt die Phase, in der ich die Einheiten weniger nach einzelnen Fähigkeiten und stärker nach dem tatsächlichen Rennen ausrichten würde. Ein kompletter HYROX jedes Wochenende ist an dieser Stelle trotzdem keine gute Idee.
Eine harte Schlüsselsession kann beispielsweise so aussehen:
- 1 km Run
- 1.000 m SkiErg
- 1 km Run
- 50 m Sled Push
- 1 km Run
- 50 m Sled Pull
- 1 km Run
- 40 m Burpee Broad Jumps
- 1 km Run
- 1.000 m Row
Damit hast du bereits einen großen Teil der spezifischen Belastung abgedeckt, ohne sämtliche Stationen vollständig zu absolvieren. Eine Woche später kann der Schwerpunkt auf der zweiten Rennhälfte liegen: Row, Farmers Carry, Lunges und Wall Balls nach mehreren Laufkilometern.
Das ist auch der richtige Zeitpunkt, Pacing zu üben. Viele Einsteiger laufen den ersten Kilometer zu schnell, weil sie frisch sind und die Stimmung in der Halle den Rest erledigt. Der Preis kommt später. In der 2025er HYROX-Studie wurde der überwiegende Teil des simulierten Rennens bei hoher bis sehr hoher Herzfrequenz absolviert; die höchsten Belastungswerte traten gegen Ende bei den Wall Balls auf (2). Wer vorher permanent überzieht, macht sich genau diese letzte Rennphase unnötig schwer.
Mein Ziel wäre deshalb: Die ersten Kilometer bewusst kontrolliert, also die Schlitten ohne vollständiges Übersäuern zu absolvieren und das Rennen erst in der zweiten Hälfte offensiver zu gestalten, wenn noch Reserven vorhanden sind.
Woche 11: Die letzte große Belastung
Etwa sieben bis zehn Tage vor dem Rennen kann eine letzte größere HYROX-Simulation sinnvoll sein. Für einen ersten Wettkampf reicht meist eine Simulation von ungefähr 70 bis 85 Prozent des vollständigen Volumens. Wer schon mehrere HYROX-Rennen absolviert hat und genau weiß, wie er sich erholt, kann anders planen. Für Einsteiger halte ich eine komplette Maximal-Simulation kurz vor dem Start dagegen für unnötig.
Die Einheit sollte dir drei Informationen geben:
- Welches Lauftempo fühlt sich nach mehreren Stationen noch stabil an?
- Wo verlierst du unverhältnismäßig viel Zeit oder Kraft?
- Welche Einteilung funktioniert bei Wall Balls, Lunges und den Ergometern?
Danach wird nichts mehr grundlegend umgebaut. In der letzten Woche entsteht keine neue Ausdauerbasis und keine neuen Kraftlevel. Jetzt geht es darum, die vorhandene Form frisch an die Startlinie zu bringen.
Woche 12: Taper statt Paniktraining
In der Rennwoche solltest du das Trainingsvolumen deutlich reduzieren. Das sag nicht ich, das sagt die Wissenschaft. Eine Studie zum Tapering im Ausdauersport fand die besten Ergebnisse typischerweise bei reduziertem Trainingsvolumen bei weitgehend erhaltener Intensität; besonders häufig wurden Volumenreduktionen im Bereich von etwa 41 bis 60 Prozent untersucht (7).
Ein möglicher Ablauf wäre also: Montag: 35–45 Minuten locker + 4 kurze Steigerungen. Dienstag: leichte Ganzkörpereinheit, etwa 50 Prozent deines üblichen Kraftvolumens; keine schweren Wiederholungen bis zum Limit. Mittwoch: frei oder lockere Bewegung. Donnerstag: 25–35 Minuten mit 3 × 3 Minuten im geplanten Wettkampftempo, dazwischen locker. Freitag: frei. Samstag oder Renntag: HYROX.
Liegt dein Wettkampf am Sonntag, kannst du den Ablauf um einen Tag verschieben. Spätestens zwei Tage vor dem Start würde ich keine schweren Lunges, hochvolumigen Wall Balls oder harten Schlitten mehr einbauen. Muskelkater ist kurz vor dem Rennen keine Trainingsanpassung mehr, die dir rechtzeitig etwas bringt.
Wie schnell solltest du im HYROX laufen?
Für den ersten Wettkampf ist die Antwort überraschenderweise einfacher, als viele Pace-Rechner es vermuten lassen: etwas langsamer als dein frisches 10-km-Renntempo.
Wie viel langsamer dagegen ist, ist nicht so leicht zu beantworten. Das hängt stark von deiner Stärke an den Stationen, deinem Laufniveau und deiner Ermüdungsresistenz ab. Ein starker Läufer mit wenig Erfahrung am Schlitten benötigt eine andere Strategie als ein Kraftsportler, der beim freien 10-km-Lauf bereits an seiner Grenze arbeitet. Deshalb möchte ich euch hier keine pauschale Sekundenangabe pro Kilometer geben.
Ein brauchbarer Praxistest ist eine Einheit mit 4 bis 5 Runden aus 1 km Laufen plus einer mittleren Station. Wenn du alle Laufkilometer in ähnlichem Tempo absolvieren kannst und der letzte nicht vollständig zerfällt, liegt dieses Tempo näher an einer realistischen HYROX-Pace als deine frische Bestzeit über 5 oder 10 km.
Was tun, wenn du nicht alle HYROX-Geräte im Gym hast?
Du brauchst keinen perfekten HYROX-Bereich, um dich ordentlich auf den Wettkampf vorzubereiten. SkiErg und Schlitten sind spezifisch, aber ein Großteil der notwendigen Fähigkeiten lässt sich durchaus auch anders entwickeln.
Fehlt der SkiErg, kannst du für die Ausdauerarbeit Rudern oder auch ein Assault-Bike nutzen und zusätzlich Latziehen beziehungsweise Zugbewegungen trainieren. Einen fehlenden Sled-Push ersetzen schwere Beinpresse, Step-ups und kurze, harte Bike-Intervalle nicht eins zu eins, sie können aber Kraft und lokale Belastbarkeit aufbauen. Für den Sled Pull helfen schwere horizontale Zugbewegungen, Rope Pulls oder rückwärts ausgeführte Zugvarianten.
Trotzdem würde ich versuchen, vor dem Wettkampf wenigstens einige Male Zugang zu einem Schlitten, SkiErg und der passenden Wall-Ball-Höhe zu bekommen. Technik und Belastungsgefühl lassen sich nur begrenzt durch Alternativen ersetzen.
Die häufigsten Fehler in einer 12-Wochen-HYROX-Vorbereitung
Zu wenig Laufen
Drei harte Functional-Workouts pro Woche fühlen sich HYROX-spezifisch an, ersetzen aber keine Laufbasis. Acht einzelne Kilometer ergeben auch dann acht Kilometer, wenn dazwischen Schlitten und Burpees liegen. Gerade Kraftsportler profitieren häufig stärker von einem zusätzlichen lockeren Lauf als von einer weiteren schweren Beinübung.
Jede spezifische Einheit wird zum Wettkampf
Wenn jede Samstags-Session maximal ist, wird die Regeneration zum limitierenden Faktor. Die meisten spezifischen Einheiten sollten kontrolliert bleiben, so schonst du deine regenerativen Kapazitäten und der Progress ist besser messbar.
Die Stationen nur frisch trainieren
100 Wall Balls am Anfang einer Einheit sind nicht dasselbe wie Wall Balls nach sieben Laufkilometern, Schlitten, Burpees und Lunges. Technik wird zunächst frisch gelernt. Später muss sie beim Hyrox aber auch unter Ermüdung funktionieren.
Krafttraining komplett streichen
Mehr Laufen bedeutet nicht, dass du die Kraftarbeit aus dem Plan werfen solltest. Maximalkraft ist zwar nicht der einzige Leistungsfaktor, aber Kraftreserven machen die Stationen deutlich leichter.
In der letzten Woche noch aufholen wollen
Das funktioniert praktisch nie. Was in Woche zwölf fehlt, lässt sich nicht mehr mit drei brutalen Einheiten reparieren. Die Rennwoche ist für Frische, Schlaf, normale Ernährung, Materialcheck und ein paar kurze Aktivierungsreize da.
Brauchst du vor dem ersten HYROX eine komplette Test-Simulation?
Nein. Sie kann zwar durchaus hilfreich sein, ist aber keine Voraussetzung.
Für Einsteiger bevorzuge ich eine oder zwei längere Teil-Simulationen. So lernst du Übergänge, Pacing und Stationseinteilung, ohne die Erholungskosten eines kompletten Rennens regelmäßig zu tragen. Wer nach zehn Wochen Training noch nie mehr als drei Stationen mit Laufabschnitten kombiniert hat, sollte vor dem Wettkampf allerdings mindestens einmal eine längere spezifische Einheit absolvieren.
Fazit: Ein guter HYROX-Plan macht dich nicht nur müde, sondern besser
Zwölf Wochen reichen für einen ersten HYROX, wenn bereits eine vernünftige Trainingsbasis vorhanden ist. Der wichtigste Punkt ist die Gewichtung: Du brauchst genug Kraft für die Stationen, aber der Wettkampf wird zu einem großen Teil laufend entschieden. Deshalb gehören lockere Kilometer, gezielte Intervalle und später das Laufen unter Vorermüdung fest in den Plan.
Ich würde die ersten vier Wochen bewusst konservativ aufbauen, in der Mitte des Plans die HYROX-spezifischen Kombinationen ausweiten und erst in den letzten drei Wochen größere Rennblöcke trainieren. Danach wird reduziert statt nachgeholt. Wer so an die Sache herangeht, steht am Start nicht nur fitter, sondern kennt auch das Tempo und die Belastung, die ihn erwarten.

FAQ zum HYROX Trainingsplan
Wie oft sollte man pro Woche für HYROX trainieren?
Für einen ersten HYROX sind vier bis fünf Trainingstage pro Woche für viele Freizeitsportler ein sinnvoller Rahmen. Entscheidend ist nicht die reine Anzahl, sondern die Verteilung aus Lauftraining, Kraftarbeit, spezifischen Kombinationen und Regeneration. Wer bereits viel trainiert, kann mehr vertragen; Einsteiger sollten nicht allein wegen des Wettkampfs abrupt auf sechs oder sieben harte Tage erhöhen.
Reichen 12 Wochen Vorbereitung überhaupt für HYROX?
Wenn du bereits regelmäßig trainierst und 30 bis 45 Minuten am Stück locker laufen kannst, können zwölf Wochen ausreichen, um dich spezifisch auf einen ersten HYROX vorzubereiten. Ohne Laufbasis oder mit sehr niedrigem Ausgangsniveau ist ein längerer Aufbau sinnvoller.
Wie viele Laufeinheiten braucht man für HYROX?
Drei Laufeinheiten pro Woche sind für viele Einsteiger eine gute Zielgröße: ein lockerer Dauerlauf, ein Intervall- oder Tempolauf und eine HYROX-spezifische Einheit mit Laufabschnitten unter Vorermüdung. Bei nur vier Trainingstagen kann die spezifische Einheit bereits als eine der Laufeinheiten zählen.
Sollte ich einen kompletten HYROX im Training simulieren?
Nicht regelmäßig. Eine vollständige Simulation erzeugt viel Ermüdung und ist für den Trainingseffekt nicht zwingend notwendig. Teil-Simulationen mit 50 bis 85 Prozent des Wettkampfvolumens sind für den ersten Start oft ausreichend und leichter in den Trainingsplan zu integrieren.
Muss ich exakt mit den Wettkampfgewichten trainieren?
Du solltest die offiziellen Lasten vor dem Wettkampf kennen und nach Möglichkeit mehrfach testen. Beim Schlitten ist die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Böden und Geräten allerdings begrenzt. Deshalb ist das aufgeladene Gewicht im Gym nicht der einzige sinnvolle Maßstab.