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Warum Christian Wolf und More Nutrition gerade wieder massiv in der Kritik stehen

Christian Wolf und More Nutrition stehen erneut in der Kritik. Was hinter den aktuellen Debatten, Gerichtsurteilen und öffentlichen Konflikten steckt.

Dieser Beitrag entstand mit KI-Unterstützung und wurde redaktionell geprüft.

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Wer in den vergangenen Wochen den Eindruck hatte, Christian Wolf sei plötzlich wieder in aller Munde, liegt damit tatsächlich richtig. Erst beschäftigten sich neue Medienbeiträge ausführlichst mit ihm und in diesem Atemzug natürlich auch mit More Nutrition, dann folgten die erwartbaren Reaktionen, Gegenreaktionen und wie sollte es anders sein, auch die öffentlichen Diskussionsangebote. Parallel dazu kommen natürlich auch alte Konflikte rund um Werbeversprechen, den Umgang mit Kritik und die ungewöhnlich enge Verbindung zwischen Gründerfigur, Community und Marke auf und wirken dadurch wieder erstaunlich aktuell.

Der Anlass, heute auf dieses Thema einzugehen, ist also nicht der eine neue „More-Skandal“. Interessanter ist, dass mittlerweile mehrere Geschichten gleichzeitig dasselbe Grundproblem zeigen: Christian Wolf ist seit 2023 nicht mehr operativ für More Nutrition verantwortlich, bleibt aber öffentlich so eng mit der Marke verbunden, dass seine persönlichen Kontroversen regelmäßig auf More zurückfallen. Genau diese Konstruktion war jahrelang eine der größten Stärken des Unternehmens. Inzwischen sieht sie manchmal eher wie ein Problem aus, das sich nur schwer aus den Strukturen der Organisation herauslösen lässt.

Ein neuer Medienzyklus bringt die alten Fragen zurück

Am 9. Juli 2026 veröffentlichte das österreichische Nachrichtenmagazin einen ausführlichen Artikel über das „System Christian Wolf“. Der Artikel geht auf die enorme Reichweite des Influencers, die fast kultartige Bindung seiner More-Community und die Kontroversen, die Wolf und die Marke seit Jahren begleiten. Besonders interessant ist dabei weniger die Feststellung, dass More erfolgreich mit Influencern arbeitet – das dürfte niemanden überraschen –, sondern die Frage, wie stark die Person Christian Wolf noch immer als Sprachrohr der Community funktioniert, obwohl die operative Führung längst bei anderen Personen liegt und sich Wolf in der Vergangenheit auch schon von der Firma distanziert hat.

Nur gut einen Monat später legte t-online mit einem Artikel nach. In ihrer Kolumne vom 13. August beschreibt Nicole Diekmann einen Kosmos, in dem Kritik aus ihrer Sicht schnell als Angriff behandelt werde. Sie greift dabei unter anderem Wolfs Auseinandersetzungen mit Wissenschaftsjournalistin Sanaz Saleh-Ebrahimi und Neurowissenschaftlerin Sophie Imhof sowie die rechtskräftige Niederlage von More Nutrition im Verfahren gegen foodwatch auf.

Wolf reagierte anschließend öffentlich und forderte Diekmann zu einer Diskussion auf. Das passt ziemlich gut zu einem Muster, das man bei ihm seit Jahren beobachten kann: Kritik bleibt selten einfach Kritik. Sie wird zum nächsten Content-Format, zur Gegenrede und nicht selten zum Duellangebot. Für seine Fans ist genau diese Angriffslust vermutlich ein Teil des Reizes. Für Kritiker bestätigt sie dagegen häufig erst das Problem, das sie vorher beschrieben haben.

Die Sophie-Imhof-Affäre hängt Wolf weiterhin nach

Einer der schwersten kommunikativen Aussetzer des Jahres ereignete sich bereits im April. Die Neurowissenschaftlerin Sophie Imhof hatte medizinische Aussagen Wolfs öffentlich kritisiert. Wolf reagierte darauf mit einem inzwischen gelöschten Kommentar, in dem er Imhof eine Arroganz attestierte, „dass man ihr gerne ins Gesicht treten würde“.

Die Empörung beschränkte sich nicht auf die übliche Anti-Wolf-Bubble. Auch More Nutrition distanzierte sich von der Aussage. Wolf selbst bezeichnete den Kommentar später als „einfach dumm“ und räumte ein, die Formulierung sei deutlich zu weit gegangen.

Damit wäre die Sache normalerweise irgendwann abgeklungen. Bei Wolf bleibt sie aber relevant, weil sie perfekt in die größere Debatte über seinen Umgang mit Widerspruch passt. Wer sich selbst sehr offensiv als faktenorientierten Aufklärer positioniert, muss damit leben, dass die eigene Reaktion auf fachliche Kritik ebenfalls zum Maßstab wird. Ein Gewaltkommentar gegen eine Wissenschaftlerin ist dann nicht einfach nur ein schlechter Witz im falschen Moment. Er beschädigt genau die Rolle, aus der heraus Wolf seine öffentliche Autorität ableitet.

Dann kam der Frühstücks-Spruch

Im Juni folgte der nächste Aufreger. In einem TikTok-Clip sprach Wolf darüber, wie seine Tochter später wohl auf „normale Menschen“ reagieren werde, weil sie in einem sehr sportlichen Umfeld aufwachse. Beim Thema Frühstück fiel schließlich der Satz: „Schau dir an, wie sie aussehen, dann weißt du, warum.“ RTL berichtete am 24. Juni über deutliche Kritik an der Aussage; einige Nutzer verstanden sie als Abwertung von Menschen, die frühstücken beziehungsweise nicht dem von Wolf gezeigten Fitnessideal entsprechen.

Natürlich kann man den Satz als bewusst überspitzten Humor lesen. Das Problem ist der Kontext. Wolf verdient seit Jahren Geld in einem Markt, in dem Körpergewicht, Kalorienkontrolle, Abnehmen und Selbstoptimierung zentrale Themen sind. Gleichzeitig richtet sich More Nutrition längst nicht nur an Bodybuilder, sondern an eine sehr breite Lifestyle-Zielgruppe. In diesem Umfeld sind Aussagen über Essen und Körper eben nicht völlig neutral.

Bei More selbst ist die juristische Vorgeschichte inzwischen ziemlich eindeutig

Während sich die aktuelle Diskussion stark um Wolf als Person dreht, besitzt die Kritik an More Nutrition einen deutlich handfesteren Teil. foodwatch ging 2024 gegen zwei auf dem Instagram-Kanal von More verbreitete Werbevideos vor. In einem Fall wurde ein Abnehmerfolg mit More-Produkten dargestellt. In einem weiteren Erfahrungsbericht entstand nach Auffassung von foodwatch der Eindruck, „Cycle Balance“ habe mit dem Wiedereinsetzen der Periode und einer späteren Schwangerschaft zusammengehangen.

Das Landgericht Itzehoe gab foodwatch im September 2024 Recht. More Nutrition ging zunächst in Berufung, zog diese im Mai 2025 jedoch zurück. Das Urteil wurde damit rechtskräftig. Bereits zuvor hatte die Verbraucherzentrale NRW erfolgreich gegen Werbung für eine Protein-Brownie-Backmischung geklagt. Beanstandet wurden unter anderem Aussagen wie „95 % weniger Zucker“, „70 % weniger Fett“ und „perfekt für jede Diät“, weil die notwendigen Vergleichsbezüge fehlten beziehungsweise die Werbung in dieser Form als irreführend beurteilt wurde.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem normalen Social-Media-Shitstorm. Man kann über Wolfs Tonfall streiten, man kann einzelne More-Produkte mögen und man kann das gesamte Influencer-Marketing persönlich völlig in Ordnung finden. Bei diesen Werbefällen geht es nicht um Geschmack, sondern um gerichtliche Entscheidungen. Gerade deshalb ist die Geschichte für More unangenehm. Die Marke wurde groß mit dem Anspruch, wissenschaftlich argumentieren zu können. Wenn ausgerechnet gesundheitsbezogene Kommunikation vor Gericht scheitert, trifft das einen empfindlicheren Punkt als die übliche Diskussion darüber, ob ein Proteinpulver zehn Euro zu teuer ist.

Das eigentliche Problem ist die Vermischung von Wissenschaft, Community und Verkauf

More Nutrition verkauft keineswegs nur fragwürdige Produkte. Proteinpulver kann praktisch sein. Kalorienarme Geschmackspulver oder Sirupe können Menschen helfen, ihre Ernährung so zu gestalten, dass sie ein Kaloriendefizit leichter einhalten. Auch ein proteinreicheres Lebensmittel wird nicht dadurch schlecht, dass ein Influencer dafür Werbung macht.

Die Kritik setzt an einer anderen Stelle an: Aus einem nützlichen Produkt wird in der Kommunikation schnell ein Bestandteil eines umfassenden Lebensstils. More verkauft nicht bloß Pulver und Getränke, sondern eine Idee davon, wie man essen, abnehmen und über Ernährung denken sollte. Das ist marketingtechnisch brillant. Die More-Community ist dabei ein bemerkenswerter Teil des Geschäftsmodells. profil beschreibt Fans, die sich selbst scherzhaft als Teil der „More-Sekte“ bezeichnen, große Produktvorräte präsentieren und bei Events Wolf wie einen Star empfangen. Solche Loyalität kann eine Marke kaum kaufen. Nur hat diese Nähe eine Kehrseite: Kritik an einem Produkt wird leichter als Kritik an der Gruppe verstanden. Kritik an Wolf wird zur Kritik an More. Und Kritik an More kann wiederum wie ein Angriff auf jemanden wirken, dessen Abnehmgeschichte oder Ernährungsalltag eng mit der Marke verbunden ist. Aus einer ziemlich banalen Diskussion über Lebensmittel wird so erstaunlich schnell ein extrem unnötiger Lagerkampf.

Christian Wolf ist offiziell nicht der operative Chef – und trotzdem überall

Dieser Punkt wird in vielen Diskussionen erstaunlich schlampig behandelt. Wolf ist seit 2023 nicht mehr operativ bei More Nutrition tätig. Die Quality Group ernannte 2024 Patrycja Nowakowska zur General Managerin der Marke; sie berichtet laut Unternehmensmitteilung direkt an den CEO der Gruppe. Gleichzeitig beschreibt More Wolf weiterhin öffentlich als Gründer, und das Unternehmen erklärte gegenüber profil, er fungiere als „Sprachrohr unserer Community“.

Das ist eine ungewöhnliche Zwischenposition. Wolf kann sich einerseits darauf berufen, nicht das operative Geschäft zu führen. Andererseits bleibt er für große Teile der Öffentlichkeit das Gesicht von More, taucht bei Kampagnen und Events auf und spricht regelmäßig über die Marke. Selbst More kann die beiden Welten also kommunikativ kaum sauber trennen.

Aus meiner Sicht liegt hier inzwischen der spannendste Teil der Geschichte. Die Marke ist groß genug geworden, um professionell geführt zu werden. Gleichzeitig basiert ein erheblicher Teil ihrer kulturellen Zugkraft auf einem Gründer, dessen öffentliche Kommunikation sich gerade nicht wie klassische Konzernkommunikation kontrollieren lässt. Das war beim Aufbau vermutlich ein Wettbewerbsvorteil. Mit zunehmender Größe steigt jedoch der Preis für jeden persönlichen Ausrutscher.

Der Erfolg widerlegt die Kritik nicht

Wer Wolf verteidigt, verweist gern auf die enorme Nachfrage. Und die ist real. More ist keine Marke, die trotz ihres Marketings irgendwie überlebt. Das Marketing funktioniert offensichtlich hervorragend. Profil nennt für The Quality Group einen Umsatz von mehr als 800 Millionen Euro im Jahr 2024; More selbst verfügt über eine riesige Social-Media-Community. Auch aktuelle Live-Commerce-Aktionen zeigen, wie stark diese Verkaufskraft weiterhin ist. Ein TikTok-Shopping-Stream Ende Juni 2026 mit More Nutrition und mehreren Partnerbrands erreichte nach Branchenberichten rund 1,2 Millionen Euro Bruttowarenwert in wenigen Stunden. Wer daraus ableitet, More stehe kurz vor dem Kollaps, erzählt sich eine Geschichte, für die es derzeit wenig Grundlage gibt.

Aber wirtschaftlicher Erfolg ist eben auch kein Faktencheck für Werbeaussagen und keine Abstimmung über den Umgang mit Kritik. Eine Marke kann extrem erfolgreich sein und gleichzeitig berechtigt kritisiert werden. In der Influencerwelt wird beides erstaunlich oft miteinander verwechselt: Viele Verkäufe beweisen, dass Marketing funktioniert. Mehr nicht.

Warum die Kritik gerade jetzt wieder so viel Resonanz bekommt

Der aktuelle Gegenwind entsteht deshalb nicht aus einem einzelnen Ereignis. Es ist die Summe. Ein rechtskräftiges Urteil wegen unzulässiger gesundheitsbezogener Werbung. Eine weitere erfolgreiche Klage der Verbraucherzentrale gegen irreführende Werbung. Der Gewaltkommentar gegen Sophie Imhof. Der Frühstücks-Clip. Neue große Medienartikel, die Wolfs Umgang mit Kritik und das More-System grundsätzlich hinterfragen. Dazu eine Marke, die sich organisatorisch professionalisiert hat, ihren Gründer aber kommunikativ weiterhin kaum von sich trennen kann.

Und dann ist da noch Wolf selbst, der Kritik selten verhungern lässt. Wo andere Unternehmer nach einem negativen Artikel vermutlich ihre Pressestelle anrufen, entsteht bei ihm gern die nächste öffentliche Auseinandersetzung. Das produziert Reichweite, mobilisiert die eigene Community und hält ihn permanent im Gespräch. Es sorgt allerdings auch dafür, dass Geschichten, die nach ein paar Tagen verschwinden könnten, regelmäßig eine zweite und dritte Runde bekommen.

Das Verrückte daran: Dieses System kann wirtschaftlich sogar funktionieren. Polarisierung ist im Aufmerksamkeitsgeschäft nicht automatisch ein Nachteil. Wer Wolf nicht leiden kann, schaut seine Videos teilweise genauso zuverlässig wie seine Fans. More profitiert von einer Markenbekanntheit, für die andere Unternehmen enorme Werbebudgets ausgeben müssten.

Langfristig bleibt aber eine Frage offen: Wie oft kann eine Marke den Konflikt zwischen professionellem Milliardenbusiness und maximal personalisierter Gründerkommunikation aushalten, ohne dass die beiden irgendwann ernsthaft auseinanderdriften?

Was von der Kritik übrig bleibt

Man muss More Nutrition nicht verteufeln, um die aktuellen Probleme zu sehen. Viele Produkte erfüllen einen simplen Zweck und können in einer kalorienbewussten oder proteinreichen Ernährung praktisch sein. Wer Chunky Flavour mag, hat deshalb weder die Kontrolle über sein Leben verloren noch ist er Mitglied einer echten Sekte. Genauso wenig sollte man aber jede Kritik als Neid auf einen erfolgreichen Unternehmer abtun. Bei More existieren rechtskräftig beanstandete Werbeaussagen. Bei Wolf existieren dokumentierte öffentliche Entgleisungen. Und bei der Verbindung zwischen beiden existiert ein strukturelles Problem: Die Marke möchte gleichzeitig professionelles Unternehmen und eng an ihren polarisierenden Gründer gebundene Community-Marke sein.

Christian Wolf hat in einem Punkt zweifellos recht: Canceln ließ er sich bislang nicht. Dafür ist seine Reichweite zu groß, seine Community zu loyal und das Geschäftsmodell zu erfolgreich. Die interessantere Frage ist inzwischen ohnehin eine andere. Nicht, ob Christian Wolf verschwindet – danach sieht es überhaupt nicht aus. Sondern ob More Nutrition irgendwann entscheiden muss, wie viel Christian Wolf die Marke auf Dauer eigentlich noch verträgt.

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FAQ

Warum steht Christian Wolf 2026 wieder in der Kritik?

Mehrere Ereignisse haben die Debatte neu angefacht: sein Gewaltkommentar gegen Sophie Imhof im April, ein kritisierter TikTok-Clip über Frühstück und Körperbilder im Juni sowie neue Medienberichte im Juli und August, die seinen Umgang mit Kritik und seine enge Verbindung zu More Nutrition grundsätzlich hinterfragen.

Hat More Nutrition einen Prozess gegen foodwatch verloren?

Ja. Das Landgericht Itzehoe gab foodwatch im September 2024 in einem Verfahren zu gesundheitsbezogenen Werbeaussagen Recht. More Nutrition legte zunächst Berufung ein, zog diese im Mai 2025 aber zurück. Dadurch wurde das Urteil rechtskräftig.

Arbeitet Christian Wolf noch bei More Nutrition?

Wolf ist seit 2023 nicht mehr operativ im Unternehmen tätig. More Nutrition hat mit Patrycja Nowakowska eine General Managerin. Trotzdem bleibt Wolf als Gründer, Anteilseigner und öffentliches „Sprachrohr“ der Community eng mit der Marke verbunden.

Sind More-Nutrition-Produkte deshalb grundsätzlich schlecht?

Nein. Die aktuellen Kontroversen betreffen vor allem Werbung, Kommunikation, Markenführung und den öffentlichen Umgang mit Kritik. Ob ein einzelnes Produkt sinnvoll ist, muss anhand seiner Zusammensetzung, seines Preises und des konkreten Einsatzzwecks beurteilt werden.