Eine Testosteron-Therapie ist in Deutschland ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und nur bei einem ärztlich diagnostizierten Mangel vorgesehen, nicht als Anti-Aging- oder Lifestyle-Mittel. Eine Selbstmedikation ist weder vorgesehen noch ungefährlich.
Die Mengen an Testosteron und biologisch verfügbarem freien Testosteron nehmen mit zunehmendem Alter ab. Niedrige Testosteronspiegel stehen mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Diabetes vom Typ 2, Abbau von Muskel- und Knochenmasse, erektile Dysfunktion, nachlassende Libido und Alzheimer in Verbindung. Das ist zunächst eine Korrelation und kein Beweis einer Ursache. Alternde Männer verlangen nach einer Linderung dieser Beschwerden und die Mediziner hören auf sie. Die Verschreibungen für synthetisches Testosteron sind seit 1999 deutlich angestiegen. Das etablierte medizinische Establishment hat Rufen danach, Testosteron zu verschreiben, lange Zeit widerstanden, seitdem das Hormon in den frühen Dreißigern zum ersten Mal synthetisiert worden war.
Ein Artikel von Abraham Morgenthaler von der Harvard Medical School kommt zu der Einschätzung, dass eine Testosteron-Therapie vielen alternden Männern helfen könnte, insbesondere denjenigen mit erektilen Dysfunktionen und reduziertem Sexualtrieb. Den Autoren zufolge lässt sich die Lebensqualität bei vielen alternden Männern mit nachgewiesenem Mangel durch eine Wiederherstellung eines Testosteronspiegels, der dem in jüngeren Jahren entspricht, verbessern.
Die Autoren plädieren dafür, dass Mediziner auf die Symptome alternder Männer eingehen, die Spiegel des Gesamttestosterons und des freien Testosterons messen und Patienten, bei denen ein Mangel diagnostiziert wird, eine Testosteron-Therapie anbieten. Die Indikationsstellung, die Dosisfindung und die Verlaufskontrolle gehören dabei in ärztliche Hand.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Eine Testosteron-Therapie ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Von einer Selbstmedikation wird abgeraten. Bei Verdacht auf einen Testosteronmangel wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quelle: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 92: 416-417, 2007.