Anabole Steroide sind in Deutschland rechtlich reguliert und für nicht-medizinische Zwecke nicht zugelassen; ihre Anwendung außerhalb ärztlicher Behandlung ist mit gesundheitlichen Risiken und rechtlichen Folgen verbunden. Testosteron wurde im Jahr 1934 erstmals synthetisiert, weshalb anzunehmen ist, dass es im Sport schon seit vielen Jahren eingesetzt wird. Bodybuilder und Kraftsportler verwendeten während der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts Testosteron und synthetische anabole Steroide. Nach und nach wurden jedoch Nichtsportler, die ihr Erscheinungsbild verbessern wollten, zu den Hauptanwendern.
Eine schwedische Studie untersuchte Muster der Steroidanwendung und ihre Beziehung zur Verwendung anderer Medikamente. Die Autoren der Studie führten Interviews mit Patienten einer Suchtklinik durch, die Steroide verwendet hatten. Sie entdeckten große Unterschiede bei den Gründen für die Anwendung, den Nebenwirkungen, den gefühlten Vorzügen und dem Beginn der Anwendung. Die einzige Gemeinsamkeit bestand bei allen Patienten im Verlangen nach intensivem Training.
Die Autoren der Studie kamen zu der Schlussfolgerung, dass Ärzte ein gutes Wissen über anabole Steroide und deren Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten besitzen sollten, um das Vertrauen ihrer Patienten zu gewinnen. Außerdem sollten Ärzte ihre vorgefasste Meinung über Steroidanwender ablegen, da sich diese stark voneinander unterscheiden und es sehr viele unterschiedliche Gründe für die Anwendung anaboler Steroide gibt.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide sind in Deutschland nicht für nicht-medizinische Zwecke zugelassen und fallen unter das Arzneimittel- und Anti-Doping-Recht; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstanwendung wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quelle: Substance Abuse Treatment, Prevention and Policy 3:24, 2008 (online veröffentlicht).