In vielen Pornofilmen ist eine weibliche Ejakulation zu sehen (eine Flüssigkeitsausscheidung beim Orgasmus). Diese Darstellung wirft bei manchen die Frage auf, warum das in der eigenen Partnerschaft nicht vorkommt. Was hier oft als Norm inszeniert wird, ist wissenschaftlich differenzierter zu betrachten.
Britische Forscher haben festgestellt, dass es bei 40 bis 54 Prozent aller Frauen zu einer Flüssigkeitsausscheidung während des Orgasmus kommt. Sie verglichen sechs Frauen, die während des Sex ejakulierten, mit sechs Frauen, die dies nicht taten. Die meisten Fälle einer „Ejakulation” beruhten auf einer unfreiwilligen Urinausscheidung (koitale Inkontinenz), doch andere ejakulierten tatsächlich eine Flüssigkeit, bei der es sich nicht um Urin handelte. Die meisten Frauen, die während des Sex Urin ausschieden, wiesen eine ansonsten normale Urinfunktion auf. Im normalen Tagesablauf kam es bei diesen Frauen nicht zu Inkontinenz.
Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass in den meisten Fällen eine unfreiwillige Urinabsonderung für die weibliche Ejakulation während des Geschlechtsverkehrs verantwortlich ist und dass es einige Frauen gibt, bei denen eine echte Ejakulation während des Orgasmus auftritt. Diese Fälle sind selten. Zu beachten ist, dass es sich um eine sehr kleine Stichprobe handelt, weshalb die Ergebnisse nur begrenzt verallgemeinerbar sind.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung einer einzelnen Studie und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei wiederkehrendem unwillkürlichem Urinverlust wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quelle: Journal of Sexual Medicine, im Juli 2007 online veröffentlicht.