Wachstumshormone sind ein bei Bodybuildern, Powersportlern und älteren Menschen bekanntes Medikament. Manche Menschen verwenden Wachstumshormone, um ihre Muskelmasse zu erhöhen und das Körperfett zu reduzieren, doch Wissenschaftler bestreiten ihre Effektivität und Sicherheit. Wichtig zur Einordnung: Wachstumshormone sind in Deutschland verschreibungspflichtige Arzneimittel und gelten im Sport als Dopingmittel; eine Anwendung ohne medizinische Indikation ist riskant und rechtlich heikel.
Eine an der Kobe University School of Medicine in Japan durchgeführte Studie untersuchte junge Erwachsene (mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren), die über einen Zeitraum von 24 Wochen mit niedrig dosierten Wachstumshormonen behandelt wurden. Konkrete Dosierungsangaben nennen wir bewusst nicht, da sich daraus eine Anleitung ableiten ließe. Die Studie berichtete von Veränderungen der Körperkomposition, Erhöhungen der IGF-1-Spiegel und einer Reduzierung der Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel (des „schlechten” Cholesterins).
Laut den Studienautoren wurde die Behandlung in diesem kurzen Zeitraum gut vertragen, und es wurden keine Nebenwirkungen beobachtet; das ist jedoch kein Sicherheitsnachweis, zumal Langzeitrisiken so nicht erfasst werden. Die Testpersonen zeigten eine Steigerung der fettfreien Körpermasse (hauptsächlich Muskelgewebe) und eine Reduzierung des Fettes im Rumpfbereich sowie des Gesamtkörperfettanteils um 12 Prozent. Diese einzelne Studie wurde von den Autoren als Hinweis auf einen Effekt auf die Körperkomposition gewertet; ein allgemeiner Wirksamkeits- oder Sicherheitsbeleg für Gesunde lässt sich daraus nicht ableiten.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Wachstumshormone sind in Deutschland verschreibungspflichtig und gelten im Sport als Dopingmittel; Besitz und Handel können rechtliche Folgen haben. Von einer Selbstmedikation wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quelle: Growth Hormone & IGF-1 Research, 20: 205-211, 2010.