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Testosteron-Gels: Warum sie auf Frauen und Kinder übergehen können

Die US-Behörde FDA warnte vor der Übertragung von Testosteron-Gel durch Hautkontakt. Was Anwender wissen sollten und warum die Anwendung in ärztliche Hand gehört.

Testosteron-Gels sind verschreibungspflichtige Arzneimittel, und ihre Anwendung gehört in ärztliche Hand. Manche älteren Männer verwenden solche Gels, in der Erwartung, ihre sexuelle Leistungsfähigkeit, ihren Sexualtrieb, ihre Energie, ihre Muskelmasse und ihre Kraft zu beeinflussen sowie ihre Stimmungslage zu verbessern. Transdermale Gels zum Auftragen auf die Haut sollen dabei stabilere Bluttestosteronspiegel aufrechterhalten als injizierbare Präparate. Ein in der Praxis oft unterschätztes Risiko ist jedoch, dass der Wirkstoff über Hautkontakt auf andere Personen übergehen kann.

Im Mai 2009 gab die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA eine Warnung heraus, weil solche Testosteron-Gels auf andere Menschen übertragen werden können und dabei vermännlichende Wirkungen bei Frauen sowie eine vorzeitige sexuelle Entwicklung bei Kindern auslösen können.

Wissenschaftler der University of California in San Diego berichteten von mehreren Fällen von Kindern unter fünf Jahren, denen infolge eines Hautkontakts mit dem Testosteron-Gel ihrer Väter Schamhaare gewachsen waren. Des Weiteren wurde von Fällen berichtet, bei denen Frauen aufgrund eines Testosteron-Transfers von ihren Männern Gesichtsbehaarung gewachsen war.

Die FDA empfiehlt Männern, die ein solches Gel ärztlich verordnet bekommen haben, sich nach dem Auftragen die Hände gut zu waschen und die behandelte Körperregion zu bedecken, bis das Gel getrocknet ist. Frauen und Kinder sollten den Hautkontakt mit Männern meiden, die vor Kurzem transdermales Testosteron-Gel aufgetragen haben.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Testosteron-Gels sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Von einer Selbstmedikation wird abgeraten. Bei Fragen zu einer Testosteron-Therapie wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quellen: Journal Sexual Medicine, 6:2649-2652, 2009 · FDA-Warnung, Mai 2009.