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Forschung & Fakten

Erhöhen anabole Steroide das Risiko für einen Sehnenriss?

Eine Tierstudie deutet auf steifere Sehnen unter einem anabolen Steroid hin. Warum sich das nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen lässt.

Anabole Steroide sind in Deutschland nicht als Mittel zum Muskelaufbau zugelassen und gelten im Sport als Dopingmittel; ihr Missbrauch ist mit zahlreichen Risiken verbunden. Zu den häufig genannten Nebenwirkungen zählt ein erhöhtes Risiko für Muskelfaserrisse und einen Sehnenriss. Auch wenn diese Berichte bereits seit über 40 Jahren die Runde machen, gibt es bislang nur wenige Hinweise, die diese Behauptung stützen.

Brasilianische Wissenschaftler der Federal University in San Carlos zeigten, dass körperlich untätige Ratten nach der Verabreichung eines anabolen Steroids (Nandrolon-Decanoat) steifere Sehnen entwickelten. Mit Sprüngen trainierte Tiere zeigten hingegen eine gesteigerte Kapazität für die Speicherung elastischer Energie.

Wichtig ist die Einordnung: Es handelt sich um eine Tierstudie. Sollten diese Resultate auf den Menschen übertragbar sein, würden sie die Annahme stützen, dass die Verwendung anaboler Steroide das Risiko für einen Sehnenriss erhöht. Ein Sicherheits- oder Wirknachweis für den Menschen lässt sich aus einem solchen Tierversuch jedoch nicht ableiten.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide sind in Deutschland nicht als Mittel zum Muskelaufbau zugelassen und fallen unter das Arzneimittel- und Anti-Doping-Recht; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstanwendung wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quelle: Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports (im Druck; 29. Juli 2010).