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Steroide und Gesundheit: Worauf Anwender laut Fachleuten achten

Wer Anabolika verwendet, setzt vor allem Herz-Kreislauf-System und Blutfette unter Druck. Was zu den größten Risiken bekannt ist und warum der Stoffeinsatz rechtlich wie gesundheitlich heikel ist.

Anabole Steroide, Wachstumshormone, Clenbuterol, SARMs und Peptide sind in Deutschland überwiegend nicht zugelassene oder verschreibungspflichtige Arzneimittel; ihr Einsatz im Sport gilt als Doping und ist rechtlich heikel, bereits Besitz und Handel können strafbar sein. Vor allem belasten diese Stoffe das Herz-Kreislauf-System. Dieser Artikel ordnet ein, welche Gesundheitsrisiken Fachleute besonders betonen; er ist keine Aufforderung zur Anwendung. Von einer Selbstmedikation wird abgeraten.

1. Das Herz-Kreislauf-System steht unter Druck

Anwender, die sich für Steroide, Wachstumshormone, Clenbuterol, SARMs oder Peptide entscheiden, gehen damit gesundheitliche Risiken ein. Die zwei wichtigsten „Sorgenkinder” sind dabei besonders bei Bodybuildern der Blutdruck und die Blutfette beziehungsweise das Cholesterin. Regelmäßiges Cardiotraining wird in diesem Zusammenhang als Maßnahme genannt, mit der sich hohem Blutdruck und schlechten Blutfettwerten entgegenwirken lässt.

Vor allem Cardio mit niedriger Intensität trägt zu einer verbesserten Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems und zur Senkung des Blutdrucks bei. Intervalltraining hingegen verbessert die Herzfunktion und kann eventuell sogar die Elastizität des Herzens fördern. Um sich die positiven Effekte des Cardiotrainings zunutze zu machen, bedarf es allerdings keines stundenlangen Trainings. Meist reichen rund 20 Minuten Cardio mit moderater Herzfrequenz vor oder nach dem Krafttraining völlig aus, ohne dass dadurch Muskeln verloren gehen. Alternativ kommen auch ein paar größere Spaziergänge und eine HIIT-Einheit pro Woche infrage.

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2. Supplements für die Gesundheit wichtiger als für den Muskelaufbau

Wer Anabolika verwendet, sollte Beobachtungen von Fachleuten zufolge nichts dem Zufall überlassen. Viele Anabolika-Konsumenten behaupten gerne, dass Steroide und Wachstumshormone absolut sicher seien, wenn sie „intelligent” konsumiert würden. Das ist allerdings eine Verharmlosung: Jede fremde Substanz, die die Physiologie verändert, kann Nebenwirkungen haben. Das Problem beim „smarten” Einsatz von Steroiden ist, dass die Nebenwirkungen oft nur sehr unterschwellig auftreten und nicht sofort erkannt werden. Ohne regelmäßige Bluttests bleibt unklar, wie es um Blutfette, Cholesterin oder die Belastung von Leber und Nieren steht. Dafür gibt es keine offensichtlichen Symptome. Deswegen wird hoher Blutdruck oft auch als der „stille Tod” bezeichnet.

Allen voran orale Steroide setzen dem Blutfett-Profil und dem Cholesterin zu. Und obwohl Probleme mit der Leber nicht allzu häufig auftreten (wie gerne behauptet wird), wird die Leber trotzdem strapaziert. Sogar ein als vergleichsweise „sicher” geltendes orales Anabolikum wie Anavar ist schlecht für die Leber. Außerdem verursachen alle Wasser einlagernden Steroide hohen Blutdruck. Ein unkontrollierter Blutdruck gilt als das mit Abstand Gefährlichste für Steroidkonsumenten.

Fischöl, Curcumin, Sellerie-Extrakt und Co.

Viele Steroide machen auch das Blut dicker. Das gilt besonders für Equipoise, aber auch die in Bodybuilder-Kreisen üblichen Mengen Testosteron können dazu beitragen. Dickeres Blut führt wiederum zu höherem Blutdruck und beansprucht das Herz übermäßig. Das wiederum kann zu einem übernatürlichen Größenwachstum des Herzens führen, das viele weitere Komplikationen mit sich bringt. Fachleute weisen darauf hin, dass es bei einer ohnehin riskanten Anwendung sinnvoller sei, in Supplements zu investieren, die der Gesundheit zugutekommen, als in weitere Muskelwachstum-Produkte.

Genannt werden in diesem Zusammenhang etwa Fischöl, das Blutdruck, Blutverdickung und Entzündungen im Körper senken soll, sowie Curcumin, das ebenfalls zur Hemmung von Entzündungen beitragen und einem unnatürlichen Herzwachstum entgegenwirken kann. Auch Sellerie-Extrakt und Ubiquinon werden zur Senkung des Blutdrucks angeführt.

Was Steroidverwender besonders meiden sollten

Als besonders gefährlich gilt die Kombination von Steroiden mit Boostern, die Stimulanzien enthalten. Durch die Steroide ist der Blutdruck womöglich ohnehin schon erhöht und das Blut höchstwahrscheinlich dicker. Stimulanzien treiben den Blutdruck zusätzlich nach oben und belasten das Herz noch stärker. Diese Kombination kann auf Dauer fatale und unter Umständen tödliche Folgen haben.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide und verwandte Stoffe sind in Deutschland überwiegend nicht als Lifestyle-Mittel zugelassen, gelten im Sport als Doping und sind rechtlich reguliert; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstmedikation wird dringend abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quellen: WADA Prohibited List (S1).