Viele Frauen erleben Beschwerden, die mit dem Hormonhaushalt zusammenhängen können: unreine Haut, Stimmungsschwankungen oder eine gedämpfte Libido. Wer damit zur Ärztin oder zum Arzt geht, hört nicht immer eine befriedigende Antwort. Wichtig vorab: Hormonhaushalt und Stoffwechsel sind komplex, und Veränderungen daran gehören in ärztliche Begleitung; die folgenden Punkte sind eine Einordnung, keine Selbstbehandlungs-Anleitung.
Worum geht es beim Östrogen-Stoffwechsel?
Östrogen wird in der Leber in mehrere Unterformen (bekannt sind Östradiol und Estron) umgewandelt. Genau hier liegt ein viel diskutierter Punkt: die Balance zwischen den verschiedenen Östrogen-Metaboliten. Zudem wird dem Radikal Peroxynitrit eine Rolle bei mehreren Beschwerden zugeschrieben. Diskutiert wird, ob sich diese Balance über Ernährung und einzelne Nährstoffe beeinflussen lässt, mit dem Ziel eines möglichst ausgeglichenen Östrogen-Stoffwechsels, der wiederum mit Libido, Haut, Stimmung und Heißhunger in Verbindung gebracht wird.
Welche Faktoren werden mit dem Östrogen-Stoffwechsel in Verbindung gebracht?
In der Fachliteratur und in Ratgebern werden unter anderem genannt:
-
Vitamin C, dem eine Rolle gegen Peroxynitrit zugeschrieben wird
-
Taurin, dessen Spiegel über Östrogen verringert sein kann (besonders unter der Pille) und das als zellschützend gilt
-
Entkoffeinierter Kaffee im Zusammenhang mit den Cytochromen (Enzyme, die Östrogen verstoffwechseln)
-
Fettiger Fisch als Quelle von Fettsäuren, die für die Hormonbildung nötig sind
-
DIM (Diindolylmethan), das ebenfalls mit den Cytochromen in Verbindung gebracht wird
Konkrete Mengenangaben nennen wir hier bewusst nicht: passende Dosierungen und ob eine Ergänzung überhaupt sinnvoll ist, hängen vom Einzelfall ab und gehören in ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung. Von einer eigenmächtigen Hochdosierung wird abgeraten.
Was beeinflusst den Östrogen-Metabolismus?
Im Alltag wirken viele Dinge auf den Östrogenwert ein. Genannt werden unter anderem die Pille, Phytoöstrogene, eine durch Alkohol oder Medikamente belastete Leber sowie ein Mangel an guten Fettsäuren. Ein unausgeglichener Östrogenhaushalt gilt als weit verbreitet und wird mit den oben genannten Beschwerden in Verbindung gebracht.
Warum die Östrogenbalance Thema ist
Östrogen ist auch im Kraftsport relevant, schließlich ist es ein anaboles Hormon. Wer einen unausgeglichenen Hormonhaushalt hat, kann unter Antriebslosigkeit, Heißhunger oder Wassereinlagerungen leiden, was sich auf Training, Muskelaufbau und Diät auswirken kann. Ein gut abgestimmter Hormonhaushalt ist deshalb für viele Frauen ein Thema, das ärztlich abgeklärt werden sollte.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Behandlungsempfehlung. Hormonhaushalt und Östrogen-Stoffwechsel sind individuell; Beschwerden und Veränderungen gehören ärztlich abgeklärt. Von einer Selbstmedikation wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quelle: Allgemeine endokrinologische Fachliteratur zum Östrogenstoffwechsel.