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Natural vs. „Stoffer“: wie groß sind die Unterschiede wirklich?

Eine Einordnung, was anabole Steroide im Vergleich zum naturalen Training tatsächlich bewirken sollen, was sie nicht leisten und welche Risiken sie mit sich bringen.

Anabole Steroide sind in Deutschland überwiegend verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Arzneimittel; Besitz und Handel können nach dem Anti-Doping-Gesetz strafbar sein, und der Konsum birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Dieser Artikel ordnet ein, worin sich naturales und unterstütztes Training nach den gängigen Schilderungen unterscheiden, ohne den Konsum zu bewerten oder zu empfehlen.

Ein sehr kontroverses Thema im Bodybuilding sind definitiv Steroide und „Stoffer“-Gerüchte. Auch wenn die Szene in diesem Punkt mittlerweile offener geworden ist, gibt es immer noch einige Athleten, die unterstützte Athleten direkt verurteilen oder den Konsum von Hilfsmitteln als „unfair“ bezeichnen. Die wenigsten haben dabei allerdings eine wirkliche Vorstellung davon, welchen Effekt unterstützende Mittel haben. In diesem Artikel wollen wir die Unterschiede zwischen Naturalathleten und unterstützten Bodybuildern gegenüberstellen. Ob die Unterschiede wirklich so gravierend sind, lest ihr im Folgenden.

Was bewirken Steroide tatsächlich?

Nach den verbreiteten Beschreibungen gibt es zwei Hauptwirkungen, die Steroide einem Bodybuilder liefern sollen: eine bessere Erholung und eine gesteigerte Proteinsynthese.

Regeneration

Als Naturalathlet muss man definitiv ein besonderes Augenmerk auf Restdays legen, denn genau an diesen Tagen haben die Muskeln Zeit zum Wachsen. Unterstützten Athleten wird in diesem Punkt ein gewisser Vorsprung nachgesagt, da sie schneller regenerieren sollen. Dementsprechend kann ein „Stoffer“ nach diesen Schilderungen auch öfter trainieren und die Muskulatur mit mehr Volumen und einer höheren Frequenz bearbeiten. Würde ein Naturalathlet die gleiche Trainingsbelastung anwenden, würde er eher den Muskelabbau fördern als den Aufbau.

Proteinsynthese

Dank einer aktiven Proteinsynthese kann sich die durch das Training geschädigte Muskulatur wieder aufbauen. Diesen anabolen Zustand kann man auch durch Supplements wie BCAAs und Eiweiß unterstützen. Steroiden wird in diesem Zusammenhang eine zusätzliche Beschleunigung der Proteinsynthese zugeschrieben. Jeder Körper kann die Proteinsynthese natürlich auf normalem Weg antreiben; hierfür gibt es auch etliche Trainingsmethoden, die den Prozess begünstigen. Steroide sorgen dabei nicht für eine grundsätzlich „andere“ Proteinsynthese, sondern sollen die natürlichen Prozesse im Körper lediglich verstärken, allerdings um den Preis erheblicher Risiken.

Was machen Steroide NICHT?

Ein häufiger Trugschluss ist die Annahme, dass Steroide oder andere Hilfsmittel magische Wirkungen hätten, die den Athleten in kürzester Zeit „einfach so“ wie Hulk aussehen lassen. Tatsächlich sind nicht die Steroide allein der Grund dafür, dass ein Bodybuilder Muskelzuwächse hat. Ausschlaggebend bleibt das Training des Sportlers. Dieses kann nach den Schilderungen mit Unterstützung in höherer Frequenz und mit mehr Volumen absolviert werden, woraus sich entsprechend mehr Muskelzuwächse ergeben können als bei einem Naturalathleten.

Welche Rolle haben Hilfsmittel in der heutigen Fitnessindustrie?

Früher kamen Steroide und andere Hilfsmittel meist erst dann zum Einsatz, wenn Bodybuilder ihr natürliches Potential erreicht hatten und sich auf das nächste Level begeben wollten. Mittlerweile hat sich das deutlich gewandelt. Oftmals verwenden sogar Hobbysportler unterstützende Mittel, einfach weil sie so schnell wie möglich die besten Resultate erzielen möchten, häufig ohne die rechtlichen und gesundheitlichen Folgen zu bedenken.

Der Irrglaube

Auch wenn es heutzutage immer mehr Bodybuilder gibt, die die Abkürzung über Steroide wählen, heißt das nicht, dass es nicht immer noch Athleten gibt, die Zeit und Mühe in ihren Körper investieren und ebenfalls enorme Muskelmasse aufbauen. Wenn jemand einen guten Körper hat, heißt das also nicht automatisch, dass derjenige ein „Stoffer“ ist. Bevor man so etwas beurteilt, sollte man sich erst einmal die Trainingserfahrung des Sportlers ansehen und begutachten, wie hart und mit welcher Disziplin derjenige trainiert. Und auch wenn jemand zu Hilfsmitteln greift, sollte jedem klar sein, dass demjenigen die Muskeln nicht „einfach so“ anwachsen. Auch unterstützte Athleten benötigen Disziplin, Ehrgeiz und das nötige Training für die entsprechenden Erfolge.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide sind in Deutschland überwiegend verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Arzneimittel und fallen unter das Arzneimittel- und Anti-Doping-Recht; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstmedikation wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quellen: AntiDopG (Anti-Doping-Gesetz), Deutschland.