Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) kennt eine Reihe von Ansätzen, die das sexuelle Verlangen von Männern und Frauen beeinflussen sollen. Wichtig vorab: Die TCM ist ein eigenständiges Erklärungsmodell, und für die unten genannten pflanzlichen Mittel fehlen belastbare wissenschaftliche Wirksamkeitsbelege. Anhaltende Libidoprobleme oder eine erektile Dysfunktion können zudem Anzeichen einer behandlungsbedürftigen Erkrankung sein und gehören ärztlich abgeklärt. Auffällig ist laut TCM-Behandlern, dass viele männliche Patienten, die Hilfe bei einer erektilen Dysfunktion suchen, mit ablehnenden Reaktionen auf grundlegende Fragen zu Gesundheit und Lebensstil reagieren. Dabei braucht man nicht viel medizinische Vorstellungskraft, um drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht mit mangelnden Frühlingsgefühlen am nächsten Tag in Verbindung zu bringen. Das könnten frischgebackene Eltern bestätigen.
Die traditionelle chinesische Medizin betrachtet den menschlichen Körper als ein vollständig integriertes System. Dabei geht sie davon aus, dass das, was in bestimmten Bereichen geschieht, das Ganze beeinflusst und umgekehrt. Bevor man also einen potenziell verletzten Zweig betrachtet, lohnt der Blick auf den gesamten Baum.
Schlaf, Ernährung und das Stresslevel spielen alle eine sehr aktive Rolle beim Umfang des sexuellen Verlangens. Auch Beziehungsprobleme gehören dazu. Doch was geschieht, wenn ein im Großen und Ganzen gesunder Mensch in einer guten Beziehung, mit wenig Stress, dennoch unter Libidoproblemen leidet?
Die traditionelle chinesische Medizin teilt sexuelle Probleme in zwei Kategorien auf. Dabei unterscheidet man zwischen folgenden Problemen:
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Schwierigkeiten, eine sexuelle Erregung zu erreichen
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Schwierigkeiten, eine sexuelle Erregung aufrechtzuerhalten
Zur Veranschaulichung ein Auto-Beispiel:
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Gibt es Probleme damit, den Motor zum Laufen zu bringen?
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Geht auf halber Strecke das Benzin aus?
In Situation eins fehlt der notwendige Zündfunke. In Situation zwei mag es reichlich Zündfunken geben, allerdings nicht genügend Treibstoff, um das Feuer am Brennen zu halten.
Die Folgen von „Yang-Mangel”
Schwierigkeiten beim Erreichen einer Erregung fallen bei Männern und Frauen unter die Überschrift „Yang-Mangel”. Yang steht für nach oben, nach außen, explosiv und mehr Energie. Wenn alles Yang durch eine schlechte Ernährung, zu wenig Schlaf, zu viel Stress oder ein Leben mit hohem Adrenalinspiegel verbraucht wurde, soll es laut TCM ausreichen, etwas Yang-Tonikum hinzuzufügen. Begleitend wird eine Anpassung des Lebensstils empfohlen.
„Qi” als Energiequelle
Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Erregung sind bei Männern und Frauen nach diesem Modell mit größter Wahrscheinlichkeit eine Kombination aus „Yang-Mangel” und „Qi-Mangel”. Qi ist demnach die Energie, die wir jeden Tag verwenden.
Laut dem Akupunkteur Thomas Boldt gilt Folgendes:
„Wenn du morgens aufwachst und dich toll fühlst, dann bist du voller Qi. Wenn du morgens aufwachst und am liebsten wieder einschlafen würdest, dann ist dies nicht der Fall.”
Die traditionelle chinesische Medizin nennt für beide Situationen pflanzliche Mittel. Diese werden im Folgenden vorgestellt, ohne dass damit eine Einnahmeempfehlung verbunden ist; wissenschaftliche Wirksamkeitsbelege fehlen weitgehend, und pflanzliche Mittel können Wechselwirkungen und Nebenwirkungen haben.
Yin Yang Huo oder Horny Goat Weed
Der Name deutet bereits auf die zugeschriebene Wirkung hin. In der TCM gilt es als Heilkraut für Männer und Frauen. Yin Yang Huo wird nachgesagt, dass es den Körper über Yin und Yang beleben und stärken soll. Wenn man das Yang einer Person stärke, ohne gleichzeitig das Yin zu adressieren, könne dies austrocknend wirken. Bildlich gesprochen: Man würde ja auch nicht den ganzen Tag mit voller Lautstärke Metallica hören, ohne dass auch etwas Marvin Gaye läuft.
Yin Yang Huo ist das Blatt der zugehörigen Pflanze. Es wird traditionell als Tee zubereitet. Anbieter und TCM-Behandler beschreiben den Effekt als mild, eher einen kleinen Schub am Abend. Belege aus kontrollierten Studien beim Menschen fehlen jedoch weitgehend.
Wu Wei Zi oder Schisandra
Schisandra beziehungsweise Wu Wei Zi wird in der chinesischen Heiltradition seit Jahrhunderten verwendet, meist eher Frauen zugeordnet. Wu Wei Zi wird nachgesagt, vitale Flüssigkeiten zusammenzuziehen und im Körper zu halten. In der TCM wird es zu Yin Yang Huo ergänzt oder für sich allein genannt.
Die allgemeine Ernährung
Was, wenn kein Zugang zu den oben genannten Kräutern besteht? Die traditionelle chinesische Medizin misst, wie viele ganzheitliche Systeme, der Ernährung große Bedeutung bei. Paul Pritchford empfiehlt in seinem Buch „Healing With Whole Foods” beiden Geschlechtern, folgende Nahrungsmittel in die Ernährung aufzunehmen:
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Nelken
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Bockshornkleesamen (Fenugreek)
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Fenchelsamen
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Anissamen
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Schwarze Pfefferkörner
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Ingwer (bevorzugt getrocknet)
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Zimtrinde
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Walnüsse
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Schwarze Bohnen
Fazit
Kein System im Körper funktioniert isoliert. Wer also über eine niedrige Libido klagt, profitiert vom Blick auf das Gesamtbild aus Schlaf, Ernährung, Stress und Beziehung. Statt sich von Vorurteilen rund um einen reduzierten Sexualtrieb leiten zu lassen, lohnt das offene Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung der sinnvollste Schritt, da dahinter auch behandelbare Ursachen stehen können.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Für die genannten pflanzlichen Mittel der traditionellen chinesischen Medizin fehlen belastbare wissenschaftliche Wirksamkeitsbelege; sie können Wechselwirkungen und Nebenwirkungen haben. Bei anhaltenden Libidoproblemen oder einer erektilen Dysfunktion wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quelle: breakingmuscle.com/learn/fuel-for-your-bedroom-fire-natural-ways-to-increase-libido