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Forschung & Fakten

Kann ein Vitamin-B12-Mangel die Erektion beeinflussen?

Eine erektile Dysfunktion hat meist ernste Ursachen. Warum bei manchen Männern auch ein Vitamin-B12-Mangel eine Rolle spielen kann und welche Lebensmittel B12 liefern.

Eine erektile Dysfunktion hat in der Regel ernste Ursachen, die ärztlich abgeklärt gehören: Herzkrankheiten, Diabetes, metabolisches Syndrom oder Alkoholismus zählen dazu. Bei manchen Männern kann aber auch ein vergleichsweise „banaler” Vitaminmangel eine Rolle spielen. Vitamin B-12 ist an der Herstellung von DNA und roten Blutkörperchen beteiligt. Der Körper kann es nicht lange speichern, deswegen muss es regelmäßig zugeführt werden.

Wenn die Vitamin-B-12-Zufuhr dauerhaft zu niedrig ist, steigt das Risiko für Beschwerden wie Müdigkeit, Herzrasen, Verdauungsprobleme (von Verstopfung bis Durchfall), Schwindel, depressive Verstimmung, Sehstörungen, Nervosität, Taubheitsgefühl und Kribbeln in Fingern und Zehen (als Zeichen eines Nervenproblems). Ausgeprägte Mangelzustände werden ärztlich behandelt, in manchen Fällen mit einer B-12-Injektion.

Ein B-12-Mangel wird zudem mit Erektionsproblemen in Verbindung gebracht: Wenn „er” nicht mehr richtig funktioniert, also entweder nicht steif wird oder die Erektion nicht hält, kann ein Nährstoffmangel einer von mehreren Faktoren sein. Ob ein Mangel tatsächlich die Ursache ist, lässt sich nur ärztlich klären.

Vor allem ein Thema für Veganer

Vitamin B-12 kommt natürlicherweise fast nur in Tierprodukten wie Fleisch, Fisch und Milch vor. Wer sich vegan ernährt, hat deshalb ein erhöhtes Risiko für einen Mangel; in diesen Fällen wird eine gezielte B-12-Versorgung empfohlen. Wichtig ist insgesamt eine Ernährung, die keinen Vitaminmangel zulässt.

Einige Lebensmittel wie Frühstücksmüslis und Sojamilch werden zusätzlich mit B-12 angereichert.

Lebensmittel mit hohem B-12-Gehalt

Erwachsene sollten laut Empfehlungen auf rund 2,4 Mikrogramm (mcg) B-12 pro Tag kommen. Meerestiere wie Lachs, Thunfisch und Forelle stehen dabei weit oben. Auch Muscheln enthalten viel B-12, gehören aber bei den meisten Menschen nicht regelmäßig auf den Speiseplan.

Bei den Fleischsorten liefert Rindfleisch besonders viel, aber auch Schwein und Hähnchen sind gute Quellen. Eier zählen ebenfalls zu den B-12-Lieferanten, ebenso griechischer Joghurt und Schweizer Käse.

Auf die Magensäure achten

Neben einer zu geringen B-12-Zufuhr über die Nahrung können auch andere Faktoren die Aufnahme des Vitamins behindern, etwa eine zu geringe Magensäure (mit zunehmendem Alter sinkt der natürliche Magensäure-Spiegel). Auch Medikamente gegen Sodbrennen können die B-12-Aufnahme deutlich verringern, was wiederum zu einem Mangel und in der Folge zu Beschwerden bis hin zu Erektionsproblemen beitragen kann. Wer einen Mangel vermutet, sollte das ärztlich abklären lassen.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Vitamin B-12 ist als Nahrungsergänzung frei verfügbar; ein Mangel oder anhaltende Erektionsprobleme sollten jedoch ärztlich abgeklärt werden. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quelle: Allgemeine Ernährungsmedizin zu Vitamin B12 (Cobalamin).