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Forschung & Fakten

Kann ein Medikament den Sexualtrieb bei Frauen steigern?

Was Studien über Testosteron und das sexuelle Verlangen bei Frauen zeigen und warum entsprechende Präparate verschreibungspflichtig und teils nicht zugelassen sind.

Testosteronpräparate für Frauen sind in Deutschland verschreibungspflichtig, und ein eigenes zugelassenes Mittel gegen geringes sexuelles Verlangen ist hier nicht ohne Weiteres verfügbar. Eine Anwendung gehört in ärztliche Hand, eine Selbstmedikation ist mit Risiken verbunden.

Fast die Hälfte aller amerikanischen Frauen über 40 hatte während des letzten Jahres keinen Geschlechtsverkehr, und die Frauen unter 40 hatten durchschnittlich nur dreimal pro Monat Sex. Mehr als 40 Millionen amerikanische Frauen leiden unter einem niedrigen sexuellen Verlangen und einer niedrigen Befriedigung und sind darüber nicht glücklich.

Mehr als 14 Studien fanden Hinweise, dass Testosteron die sexuelle Befriedigung und den Sexualtrieb bei Frauen steigern könnte, indem es unter anderem die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, die Anzahl und Intensität der Orgasmen, das sexuelle Interesse und Verlangen, die Häufigkeit sexueller Phantasien und die sexuelle Empfindsamkeit erhöht. Diese Befunde stammen aus klinischen Untersuchungen und sind keine Anleitung zur Selbstanwendung.

Wissenschaftler der University of Virginia führen klinische Versuche mit einem Testosterongel namens LibiGel durch, das dazu gedacht ist, den Sexualtrieb bei Frauen zu steigern. Im Rahmen früherer Experimente konnte LibiGel die sexuelle Aktivität bei Frauen erhöhen. Zuvor verweigerte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für ein testosteronbasiertes Medikament namens Intrinsa, das von Procter und Gamble entwickelt wurde. Für Pharmahersteller gibt es dennoch einen starken Anreiz, ein Medikament zur Verbesserung des weiblichen Sexuallebens zu entwickeln: Der Umsatz mit vergleichbaren Medikamenten für Männer liegt im Milliardenbereich.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Testosteronpräparate sind in Deutschland verschreibungspflichtig, und einige der genannten Mittel sind hier nicht zugelassen. Von einer Selbstmedikation wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quelle: MSNBC.com, 2. Januar 2008.