Anabole Steroide sind in Deutschland überwiegend verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Arzneimittel; Besitz und Handel können nach dem Anti-Doping-Gesetz strafbar sein, und der Konsum birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Dieser Artikel ordnet ein Phänomen ein, das gerade bei jungen Sportlern oft unterschätzt wird: dass früher Konsum die Entwicklung echter Trainingskompetenz verhindern kann.
Es gibt zwei interessante Beobachtungen über Trainierende, die regelmäßig Steroide verwenden. Mit Steroidverwendern sind in dem Fall nicht Wettkampfbodybuilder oder Kraftdreikämpfer gemeint, sondern normale Jungs, die einfach nur groß und stark werden wollen. Tatsächlich greifen immer mehr junge Kraftsportler zu unterstützenden Mitteln. Doch sind sich diese auch immer über die Konsequenzen bewusst?
Machen Steroide junge Männer „dumm“?
Anders ausgedrückt: vieles geht scheinbar leichter von der Hand. So gut wie jeder Trainingsplan und so gut wie jeder Ernährungsplan funktioniert dann. Die Gains kommen quasi „automatisch“ und von alleine, ohne dass junge Steroidverwender viel über Training und Ernährung lernen müssen. So gut wie alles funktioniert, wenn man „drauf“ ist. Natürlich gibt es hier und dort Ausnahmen, aber nicht viele.
Klar, natürlich müssen auch die „gestofften“ Jungs hart trainieren, denn jeder muss hart trainieren. Aber Steroide und ähnliche Substanzen beschleunigen das Ganze und lassen Resultate erreichen, die ohne nicht ansatzweise möglich wären. Wenn Steroide wirklich nur „10 % mehr“ ausmachen würden, wie viele Verwender ganz gerne behaupten, warum kommen diese dann überhaupt zum Einsatz?
Je früher in jungen Jahren konsumiert wird, desto kürzer die Trainings-„Karriere“
Das bedeutet nicht, dass junge Steroidverwender früher sterben. Aber viele hören komplett mit dem Training auf, ohne jemals wieder zu trainieren. Doch wie kommt das? Aus unterschiedlichen Gründen, rechtlich, finanziell, gesundheitlich, beruflich, beziehungstechnisch, können die meisten nicht durchgehend Steroide verwenden. Dadurch „schrumpfen“ die Gains und „das Training funktioniert nicht mehr“, oder zumindest kommt es so vor, wenn man es mit dem Training auf „Stoff“ vergleicht.
Eigentlich logisch: Die „künstlichen“ Muskeln lassen sich auf Dauer nicht halten. Nicht umsonst bezeichnen einige Beobachter einen mit Steroiden aufgepumpten Körper als „ausgeliehenen Körper“. Und obwohl manche wie ein Irrer weitertrainieren, verlieren sie den Großteil der mit Substanzen aufgebauten Muskeln. Das tut mental ziemlich weh. „Welchen Sinn macht dann Training überhaupt noch?“ fragen sich dann viele und hören irgendwann komplett damit auf.
Ein typisches Verhaltensmuster sieht ungefähr so aus:
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Man liebt das Training
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und greift deshalb zu Steroiden
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Folglich liebt man das Training nur noch, wenn man „drauf“ ist
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Steroide lassen sich nicht durchgängig konsumieren, also hört man mit dem Training auf, wenn kein „Stoff“ im Spiel ist. Irgendwann fragt man sich, „welchen Sinn das Training macht“, und lässt es schließlich ganz sein.
Viele Steroidverwender könnten weiterhin Muskeln aufbauen und sich alle Vorteile des Eisens zunutze machen, doch die Steroide haben sie in diesem Sinne „dumm“ gemacht: Sie haben nie gelernt, was es heißt, auf natürlichem Wege Fortschritte zu machen.
Erkennst du dich wieder?
Normalerweise schaffen es ehemalige „Stoffer“ auf natürlichem Wege nie wieder, so auszusehen wie auf „Stoff“. Das ist eine harte Pille, die sie schlucken müssen. Und sobald sie sich mit „groß und breit“ identifiziert haben, fällt es vielen sehr schwer, mit „normal gebaut“ klarzukommen.
Diejenigen, die am ehesten ohne größere Probleme durchkommen, sind nach diesen Schilderungen meist ältere, erfahrenere Männer mit Familien, einer vernünftigen Karriere und langjähriger Natural-Erfahrung. Außerdem kennen sie sich meistens sehr gut mit Training und Ernährung aus. Das ändert nichts an den Risiken, verschiebt aber den Stellenwert: Sie haben andere, viel wichtigere Identitäten.
Die ärztlich begleitete Alternative
Eine andere Perspektive: Wer mit zunehmendem Alter den Verdacht auf sinkende Testosteronwerte hat, kann diese ärztlich untersuchen lassen. Stellt eine Ärztin oder ein Arzt einen behandlungsbedürftigen Mangel fest, kann eine verschreibungspflichtige Hormonersatztherapie infrage kommen, deren Dosisfindung und Verlaufskontrolle in ärztliche Hand gehören. Anwender berichten in solchen Fällen über mehr Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit im normalen Bereich. Eine Selbstmedikation ist hingegen weder vorgesehen noch ungefährlich.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide sind in Deutschland überwiegend verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Arzneimittel und fallen unter das Arzneimittel- und Anti-Doping-Recht; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstmedikation wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quellen: AntiDopG (Anti-Doping-Gesetz), Deutschland.