Unter Gynäkomastie versteht man die Entwicklung von weiblichem Brustgewebe bei Männern. Sie wird durch erhöhte Östrogenspiegel hervorgerufen und kommt bei Anwendern anaboler Steroide sowie bei einigen Erwachsenen vor. Anabole Steroide sind in Deutschland rechtlich reguliert und für nicht-medizinische Zwecke nicht zugelassen; Gynäkomastie ist eine der bekannten Nebenwirkungen ihres Missbrauchs. Eine Gynäkomastie kann erhebliches Unbehagen hervorrufen und das Selbstvertrauen belasten.
Ägyptische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Männer mit einer Gynäkomastie häufig unter sexueller Dysfunktion leiden, welche mit einem reduzierten Selbstvertrauen und einem schlechten Körperbild in Verbindung steht. Die Häufigkeit des Auftretens einer erektilen Dysfunktion sank den Autoren zufolge um 25 Prozent, wenn eine Gynäkomastie chirurgisch korrigiert wurde. Sie verwendeten die so genannte „nicht vertikale narbenreduzierende Mammaplastie”, welche nur geringe Spuren hinterlässt.
Eine Gynäkomastie ist bei Bodybuildern, die diesen Sport schon lange betreiben, verbreitet. Ob eine operative Korrektur infrage kommt, ist eine ärztliche Entscheidung; sie ändert nichts daran, dass die zugrunde liegende Ursache (etwa der Missbrauch anaboler Steroide) gesundheitlich riskant bleibt.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide sind in Deutschland nicht für nicht-medizinische Zwecke zugelassen und fallen unter das Arzneimittel- und Anti-Doping-Recht; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstanwendung wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quelle: Journal of Sexual Medicine, 7: 2273-2297, 2010.