Beitragsbild zum Artikel: Gibt es in Wahrheit gar keinen „Natural Bodybuilding“-Wettkampf?
Forschung & Fakten

Gibt es in Wahrheit gar keinen „Natural Bodybuilding“-Wettkampf?

Wie verlässlich ist das Label „natural“ im Bodybuilding wirklich? Eine journalistische Einordnung der Debatte um Tests, Fake Nattys und Vergleichbarkeit.

Vorab zur Einordnung: Anabole Steroide und ähnliche Dopingmittel sind in Deutschland verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Arzneimittel, im Wettkampfsport verboten und mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden. Dieser Text berichtet über eine Szene-Debatte und ist weder eine Verharmlosung noch eine Empfehlung.

Im Kraftsport gibt es bis dato immer wieder heiße Diskussionen um Natural Bodybuilding. Während sich einige Athleten zurecht so betiteln, sind leider auch immer mehr „schwarze Schafe“ mit dabei, die eigentlich doch ganz gerne „naschen“. Fraglich ist dementsprechend oft, weshalb sich Bodybuilder dennoch als „natty“ bezeichnen. Offenbar erhoffen sie sich so einen Vorteil, der ihnen grundsätzlich aber nicht zustehen sollte.

Doch neben den moralischen Aspekten so genannter „Fake Nattys“, ist auch die Vergleichbarkeit bei Wettkämpfen durch solch unsportliches Verhalten gefährdet.

Natural Bodybuilding eine Scheinvorstellung?

In vielen Sportarten wird berichtet, dass auf hohem Wettkampfniveau leistungssteigernde Substanzen verbreitet seien. Wie verlässlich solche Aussagen sind, lässt sich von außen schwer beurteilen, und sie rechtfertigen keine Selbstanwendung. Im Bodybuilding stellt sich die Frage nach der Verbreitung jedenfalls nicht anders als in anderen Disziplinen.

Ähnlich wie es die meisten Profi Sportler nicht öffentlich aussprechen, ist das Thema Steroide eben auch im Bodybuilding eher ein Tabuthema. Auch wenn man weis, dass ein Großteil der Profis im Bodybuilding nicht „natural“ ist, so hat man doch die Idealvorstellung, zumindest die Teilnehmer von „Natural Verbänden“ sind es. Schließlich testet man diese auch regelmäßig.

Tests bieten allerdings keine absolute Sicherheit, und es kommt vor, dass auch getestete Athleten unauffällige Ergebnisse vorweisen, obwohl Zweifel bestehen. Ob ein negativer Test jemanden zweifelsfrei zum „Natural Bodybuilder“ macht, muss jeder für sich selbst einordnen.

Zwischen Lügendetektor Tests und Urinproben

Berichtet wird in der Szene immer wieder von „anabolen Zyklen“, mit denen einzelne Athleten Masse aufbauen sollen. Mit Sicherheit kann man das nicht verallgemeinern. Trotzdem sollte man sich von der Naivität lösen, dass jeder, der bei einem „Natural Verband“ startet, auch sicher sein Leben lang natural war.

Genau aus diesem Grund sollte man sich generell nicht zu viele Gedanken darüber machen, ob jemand „natural“ ist oder nicht. Viel wichtiger ist es letztlich, dass man das Beste aus dem eigenen Körper macht. Ob man dabei nun ein Vorbild hat, das „stofft“ oder nicht, ist erst einmal zweitrangig. Wichtig ist: Die Konsequenz aus einem beeindruckenden Körper sollte niemals der Griff zu Substanzen sein, sondern allein die Motivation, im Training und bei der Ernährung umso mehr zu geben. Wer mit dem Gedanken an Dopingmittel spielt, sollte sich die rechtlichen und gesundheitlichen Folgen klar vor Augen führen.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung einer Szene-Debatte und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide und ähnliche Dopingmittel sind in Deutschland verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Arzneimittel und im Wettkampfsport verboten; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstanwendung wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quelle: Szene-Diskussion zu Natural-Bodybuilding-Wettkämpfen und Natural-Verbänden.