Anabole Steroide sind in Deutschland verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Arzneimittel; Besitz und Handel können strafbar sein, und die Anwendung ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Vor diesem Hintergrund lohnt ein nüchterner Blick auf eine immer wieder diskutierte Frage: Machen Steroide aggressiv oder sogar gewalttätig?
Steroide und Gewaltverbrechen: nur ein korrelativer Zusammenhang
Menschen, die Steroide verwenden, berichten häufig, dass sie zu irrationalen, aggressiven Wutausbrüchen neigen. Die meisten psychiatrischen Studien zeigen, dass auch wenn der so genannte „Roid Rage” zum größten Teil in den Bereich der modernen Legenden gehört, etwa 10 Prozent aller Steroidanwender unter ernsthaften psychologischen Nebenwirkungen leiden.
Eine an der University of Uppsala durchgeführte schwedische Studie fand heraus, dass 65 Prozent der Steroidanwender mit größerer Wahrscheinlichkeit als Nichtanwender brutale Verbrechen begehen. Die Daten sagen mehr über die Steroidanwender als die Steroide selbst aus, da die Rate brutaler Verbrechen bei augenblicklichen und früheren Steroidanwendern gleich ausfiel. Korrelative Studien wie diese beweisen nicht, dass anabole Steroide aggressive Verbrechen auslösen, sondern nur, dass Steroide und solche Verbrechen miteinander in Verbindung stehen.
(Drug and Alcohol Dependence, im Druck, 3. Juni 2010)
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide sind in Deutschland verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Arzneimittel und fallen unter das Arzneimittel- und Anti-Doping-Recht; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstanwendung wird dringend abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.
Quellen: Drug and Alcohol Dependence (3. Juni 2010) · University of Uppsala, Schweden.