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Forschung & Fakten

Ist eine Abhängigkeit von anabolen Steroiden behandlungsbedürftig?

Eine Harvard-Literaturrecherche vermutet, dass mehr Anwender künftig Hilfe suchen könnten. Was über Abhängigkeit und Behandlung bekannt ist.

Anabole Steroide sind in Deutschland nicht als Mittel zum Muskelaufbau zugelassen und ihr Missbrauch ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden, bis hin zu einer möglichen Abhängigkeit. Eine solche Abhängigkeit könnte weiter verbreitet sein als angenommen, und viele Anwender könnten sich in der nahen Zukunft an Suchtberatungszentren wenden, zumindest laut einer Literaturrecherche der Harvard University.

Eine weiter verbreitete Steroidanwendung wurde erst in den achtziger Jahren alltäglich. Diese Steroidanwender befinden sich heute im mittleren Alter und könnten laut der Recherche unter Nebenwirkungen am Herz-Kreislauf-System und am reproduktiven System leiden. Viele dieser Menschen leiden unter einem gestörten Körperbild und könnten auf psychologische Beratung ansprechen. Andere leiden unter einer unterdrückten Hodenfunktion; in der ärztlichen Praxis kommen dafür Medikamente zum Einsatz, deren Anwendung in ärztliche Hand gehört. Wieder andere schätzen die Wirkungen anaboler Steroide und könnten während des Entzugs Hilfe benötigen.

Menschen, die unter einer Abhängigkeit von anabolen Steroiden leiden, könnten laut den Autoren von einer Behandlung profitieren, die jener von Suchtkranken mit harten Drogen ähnelt. Zugleich gilt: Im Untersuchungszeitraum gab es kein dokumentiertes, weit verbreitetes Steroid-Suchtproblem. Die Recherche beschreibt damit eher eine mögliche künftige Entwicklung als einen belegten Ist-Zustand.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Einnahme- oder Kaufempfehlung. Anabole Steroide sind in Deutschland nicht als Mittel zum Muskelaufbau zugelassen und fallen unter das Arzneimittel- und Anti-Doping-Recht; Besitz und Handel können strafbar sein. Von einer Selbstanwendung wird abgeraten. Bei gesundheitlichen Fragen oder Verdacht auf eine Abhängigkeit wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Quelle: Drug and Alcohol Dependence 109: 6-13, 2010.